Tierwohl: Verstöße gegen Tierschutz bei Horn
Tierwohl

Verstöße gegen Tierschutz bei Horn

imago / allOver-MEV
Der Betrieb vorerst geschlossen (Symbolbild).
Der Betrieb vorerst geschlossen (Symbolbild).

FLINTBEK Heimlich gedrehtes Filmmaterial belastet Landfleischerei. Veterinär- und Lebensmittelaufsicht schließt Betrieb bis auf Weiteres.

Die „Soko Tierschutz“ belastet den Eigentümer der Landfleischerei Horn im schleswig-holsteinischen Flintbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde) schwer. Im Brennpunkt steht einmal mehr die Betäubung von Schlachttieren. 

Wie die Tierrechtsorganisation mitteilt, habe man im Schlachtbetrieb von Horn „grauenhafte Zustände“ aufgedeckt. Das Magazin „Der Spiegel“ und der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichteten zuerst über Rinder, die minutenlang mit aufgeschnittener Kehle auf dem Boden liegen und strampeln, bis sie ausgeblutet sind. Wegen erheblicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz hat die „Soko Tierschutz“ bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Kiel Anzeige erstattet. Belastet wird das fleischerhandwerkliche Unternehmen mit Videomaterial. Die Filmsequenzen lieferten heimlich in der Schlachtstätte installierte Kameras. Die Aufnahmen entstanden an insgesamt 16 Schlachttagen zwischen Mai und Juni dieses Jahres, wie der NDR berichtete.

Das im Jahr 1914 gegründete Familienunternehmen wirbt mit handwerklicher Schlachtung, Qualität und Sicherheit. Laut Tierschutz-Verein sei die Technik vor Ort völlig unzulänglich. Das Videomaterial zeigt „Blutpfützen am Boden, mit Fleischfetzen verstopfte Abläufe, am Boden liegende Organe und mit Fett und Fleisch verunreinigte Maschinen außerhalb der Arbeitszeiten.“ Die Metzgerei war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, auch die Homepage ist gegenwärtig abgeschaltet. Gegenüber dem NDR versicherte Geschäftsführer Sven Krohn, „dass Fehlbetäubungen ausgeschlossen seien“. Die Mitarbeitenden würden über sehr viel Erfahrung verfügen. Er sagte auch, dass die Tiere ausnahmslos ordnungsgemäß fixiert würden, bevor sie betäubt werden.
Im Gespräch mit der afz - allgemeine fleischer zeitung sagte Veterinärin Dr. Manuela Freitag, dass die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Landkreises den Betrieb bis auf Weiteres geschlossen hat. Seit 2017 blickt die „Soko Tierschutz“ verstärkt auf Schlachthöfe und veröffentlichte bisher Filmmaterial aus zwölf Betrieben - beispielsweis Fürstenfeldbruck, Düren, Eschweiler, Tauberbischofsheim, Bad Iburg, Düdenbüttel, Gärtringen und Biberach an der Riß.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 31/2022

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