Jugendreport: Transparenz statt Verbote
Steffen Bach
Jugendreport

Transparenz statt Verbote

Dienstag, 29. Juni 2021

FRANKFURT Jugendliche und junge Erwachsene präsentieren sich beim Thema Ernährung als erstaunlich reife und verantwortungsbewusste Konsumenten.

Statt nur über den Klimawandel als existenzbedrohendes Problem zu lamentieren, sind sie durchaus bereit, einen eigenen Beitrag zu leisten, um die Treibhausgasemissionen zu senken. Im „Jugendreport zur Zukunft nachhaltiger Ernährung“ zeigt sich lediglich eine Minderheit als hedonistisch eingestellt. „Ich will jetzt Spaß im Leben haben, ohne über die Folgen nachdenken zu müssen“, sagen gerade einmal 18 Prozent der 15- bis 29-Jährigen.

Bereits 12,3 Prozent verzichten komplett auf den Fleischkonsum, und weitere 23,8 Prozent bezeichnen sich als Flexitarier, die nur selten oder zeitweilig Fleisch essen. Eine generelle Senkung des Fleischverzehrs halten 95,7 Prozent der Befragten für notwendig, wobei etwa eine Halbierung im Raum steht. Gefordert werden außerdem höhere gesetzliche Tierschutzstandards, für die ein etwas höherer Fleischpreis in Kauf genommen wird.
Die Generation ist bereit, Verantwortung zu übernehmen, fordert dabei aber von der Elterngeneration, die – noch – an den Schalthebeln der Macht sitzt, Unterstützung. Erstaunlicherweise verzetteln sich die jungen Leute kaum in kleinteiligen Forderungen. Werbeverbote und höhere Steuern für Fleisch finden ebenso wenig Mehrheiten wie der Veggie-Day. Stattdessen werden mehr Transparenz und Anreize für eine klimafreundliche Ernährung gefordert: Konsumentscheidungen sollen durch verpflichtende Tierwohl- und Klimalabel erleichtert werden.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 26/2021
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