Lebensmittelüberwachung: Eine Frage des Blick...
Sandra Sieler
Lebensmittelüberwachung

Eine Frage des Blickwinkels

Dienstag, 01. Juni 2021

FRANKFURT Fragwürdige Zustände konstatiert der Hessische Rundfunk in der hessischen Fleischindustrie: zu wenige Kontrollen, fehlende Berichte und Hygienemängel. Doch wie viele Proben sind zu wenig oder wie viele sind genug? Daran scheiden sich wohl die Geister.

Im Sinne der risikoorientierten Lebensmittelüberwachung in Deutschland erfolgt die Kontrolle verstärkt dort, wo es nötig scheint oder es konkreten Grund gibt, den Herstellern und Verarbeitern von Lebensmitteln auf die Finger zu gucken. Voraussetzung für dieses Prinzip ist allerdings eine ausreichende Personalausstattung der Behörden. Schließlich sollte auch bei den guten Betrieben von Zeit zu Zeit ein Kontrolleur vorbeischauen, um sich auf dem Laufenden zu halten, wie der Betrieb geführt wird.

In dem Fernsehbericht folgt das übliche Schwarze-Peter-Spiel: Die Lebensmittelüberwachung ist Länderhoheit. Die zuständige Ministerin schiebt die Verantwortung ab auf die Landkreise. Diese müssten genug Personal bereit stellen – in Zeiten knapper Kassen aus Sicht der Kommunen sicher kein vorrangiges Ziel.
Was die Fernsehreporter also tatsächlich aufgedeckt haben, sind nicht die fragwürdigen Zustände in der Fleischbranche, sondern bei den kontrollierenden Behörden.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 22/2021
stats