Umbau der Tierhaltung: Überzeugen oder mehr l...
Jörg Schiffeler
Umbau der Tierhaltung

Überzeugen oder mehr lenken?

Dienstag, 31. August 2021

FRANKFURT Am Umbau der Nutztierhaltung führt in Deutschland kein Weg vorbei. Die CO2-Emissionen enorm zu verringern, steht nicht nur in Berlin, sondern auch in Brüssel auf der politischen Agenda.

So weit, so klar. Nicht gelöst ist dagegen die Frage, wie Fortschritte im Stall – mit Fokus Tierwohl – finanziert werden. Der Markt allein gibt das nicht her, weshalb die Borchert-Kommission eine Abgabe von 40 Cent je Kilo Fleisch vorschlägt.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte zum Auftakt des Jahres 2020 gar eine Fleischsteuer. Sie ist bis heute nicht vom Tisch. Mal abwarten, auf welche Ideen eine neue Bundesregierung womöglich noch kommt. Wenn Fleisch in den Haltungsstufen 1 und 2 mittelfristig nicht mehr produziert werden soll, wird es für alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette noch diffiziler. Es bleibt der Weg einer Qualitätserzeugungsstrategie, wie sie Foodwatch im Sommer 2020 forderte. 

Fakt ist: Mehr Klimaschutz und Tierwohl bleiben nicht ohne Folgen für die Fleischerzeugung und die Preisfindung für eines unserer wichtigsten Mittel zum Leben. Ein bewusster Fleischkonsum darf nicht von der Größe des Geldbeutels abhängen, weshalb der von Wissenschaftler Achim Spiller ins Spiel gebrachte staatliche Zuschuss diskutiert werden sollte. Auch wenn für 50 Euro im Jahr nur wenig Tierwohl-Fleisch auf dem Teller landen dürfte.
Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 35/2021
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