Kommentar von
Martin Fuchs

Bewirtungsregeln Der ideologische Schaukampf der Ministerin

Dienstag, 28. Februar 2017
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat den „Kampf“ gegen die „negativen Folgen des Fleischkonsums“ aufgenommen. Im Ministerium werden Gäste nur noch mit Vegetarischem bewirtet. Zu Ende gedacht hat die Ministerin nicht.

Man kann darüber streiten, wieviel Fleischkonsum dem Menschen und der Umwelt gut tut. Es ist unbestritten, dass der Diskurs über diese Frage notwendig ist. Dem darf und will sich auch die Branche nicht entziehen. Allerdings: Manches, was als Tatsache präsentiert wird, ist bislang allenfalls eine Wissenschaftler-Meinung unter vielen. Einigen ist die vorschnelle Bestätigung der eigenen Weltanschauung wichtiger als fundierte Erkenntnisse.

Selbstverständlich darf die Ministerin ihren Gästen vegetarische Gerichte oder Snacks anbieten. Wer wollte etwas dagegen haben? Zwar sind auch Fleischprodukte hierfür hervorragend geeignet, aber das sei jedem Gastgeber selbst überlassen. Was allerdings fatal ist, ist die Botschaft, die mit dieser Anordnung verbunden ist. Es geht schlicht um die undifferenzierte Diffamierung eines Lebensmittels.
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks
(Bild: BMUB/Thomas Imo)

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Es sind genau diese pauschalen Darstellungen, die denjenigen Knüppel zwischen die Beine werfen, die sich um Klasse statt Masse bemühen. Es wird ausgeblendet, dass es viele Unternehmen gibt, die Lebensmittel mit großer Verantwortung erzeugen und verarbeiten, auch mit Blick auf die berechtigten Anliegen des Verbraucherschutzes, des Tierschutzes und der Nachhaltigkeit.

Mit der platten Aussage „Fleisch = schlecht“ wird alles über einen Kamm geschoren. Das wird den Konsum nicht nennenswert beeinflussen, setzt aber ein völlig falsches Signal. Dem Verbraucher wird suggeriert, dass es ganz egal ist, welches Fleisch er kauft. Nur wer ganz verzichtet, ist ein Vorbild. Damit wird die Arbeit derjenigen erschwert, die Gutes zu einem etwas höheren Preis anbieten.

Zur Person

Martin Fuchs ist Hauptgeschäftsführer des Deutschen Fleischer-Verbands (DFV) in Frankfurt am Main.
Mehr als 95 Prozent der Menschen in Deutschland essen Fleisch. Daran werden weder ein grüner Veggie-Day noch eine ministerielle Anordnung etwas ändern. Das ist auch gut so, denn Fleisch ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Ernährung. Wenn es jetzt noch gelingt, alle Politiker dazu zu bringen, auf ideologische Schaukämpfe zu verzichten und stattdessen ein wenig genauer hinzusehen, sind wir auf einem guten Weg. Wir arbeiten daran.
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