Kommentar von
Rainer Heck

Organisationsreform Wo bleibt das Spar-Potenzial?

Dienstag, 24. Januar 2017
Tief im Westen von NRW haben sie schon stattgefunden, im Osten ebenso und auch im Münsterland. Die Rede ist von Fusionen der Fleischer-Innungen, die vor rund zehn Jahren in Nordrhein-Westfalen ihren Anfang nahmen.

Die Welle, die damit ins Rollen gebracht wurde, ist noch immer nicht abgeflacht. Das jüngste Zusammenrücken von Nachbarinnungen am Niederrhein macht es deutlich. Da darf die Frage erlaubt sein, wo der geldwerte Nutzen liegt.

Der Blick auf die Landkarte zeigt, dass hier stets das zusammengeführt wird, was ohnehin schon benachbart ist. Ein Zusammenwachsen bringt, so lautet das Hauptargument, mehr Stärke und eine lautere Stimme für das regionale Fleischerhandwerk. Klingt gut, logisch und soweit positiv, ist aber letztlich dem Abschmelzen der Betriebszahlen geschuldet. Nutznießer sind in erster Linie die Kreishandwerkerschaften, soweit diese die Verwaltung bewerkstelligen.

Innung Niederrhein
(Bild: rh)

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Ausnahmen gibt es überall dort, wo die Innung noch in eigener Geschäftsführungs-Regie geführt wird. Da funktionieren Zusammenschlüsse oft leichter als in jenen Fällen, wo selbst von der KH gemanagte Bonsai-Innungen mit ganzen vier aktiven Betrieben über Jahrzehnte mit den Nachbarinnungen verhandeln und eher von der Bildfläche zu verschwinden drohen als eine Lösung zu finden.
„Wo liegt der geldwerte Nutzen?“
Rainer Heck, afz-Korrespondent
Dort, wo erfolgreich fusioniert wurde, erreichte die Ausdehnung in der Fläche nicht selten Regierungsbezirksformat. Das erleichtert die Verwaltung und macht sie effizienter. Doch, wenn der Verwaltungsaufwand pro Betrieb auf diese Weise geringer wird, müsste dies auch positive Effekte auf die Beitragshöhe haben. Davon ist im Zuge der Zusammenschlüsse offiziell aber nur selten die Rede. Doch gerade hier könnte in Zeiten steigender Kosten und Abgaben ein positives Signal durch einen spürbaren Nutzen für die Handwerksbetriebe gesetzt werden.

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