Kommentar von
Jörg Schiffeler

Wahl │Anuga │DFV-Tag Stürmischer Herbst der Entscheidungen

Mittwoch, 20. September 2017
Dem Fleischsektor steht ein heißer Herbst bevor. Am Wochenende bleibt der Ausgang der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag mit Spannung und Sorge abzuwarten. Ein kulinarisches Event wird die Anuga werden, die ab 7. Oktober unzählbare Lebensmittel aus aller Welt in Köln der Fachöffentlichkeit präsentiert. Am gleichen Wochenende treten die Mitglieder und Delegierten des Deutschen Fleischer-Verbands zusammen. Es geht um nicht weniger als die zukunftsorientierte Aufstellung der Interessenvertretung.

An diesem Sonntag geht es um die politische Richtungsentscheidung. Die Fleischer würden deutlich pragmatischer sagen: „Es geht um die Wurst“. Unter welcher Konstellation wird Angela Merkel die nächste Bundesregierung führen können? Das wird wohl ganz stark von der Wahlbeteiligung abhängen. Wer behauptet, die Wahl sei gelaufen, irrt sich gewaltig.

Wenn die Analysen der Marktforscher nur annähernd zutreffen sollen, dann müssen sich die Wahlberechtigten auch auf den Weg zur Stimmabgabe begeben. Wer keine Wahl trifft, vergibt seine wertvolle Stimme. Das ist nicht im Sinn der Demokratie. Das muss jedem Nichtwähler klar sein, der sich in Freiheit und Meinungsvielfalt verwirklichen möchte. Es geht um Brandthemen wie Ausbildung, Arbeit, Gesundheit, Wohnen, Pflege und Rente. Für das Fleischerhandwerk und die Fleischwirtschaft zählen Wirtschafts- und Agrarpolitik ebenso wie Hygieneampel und das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration dazu.

Der Ausgang des Votums wird die künftige (Land-)Wirtschafts-, Verbraucherschutz- und Tierschutzpolitik beeinflussen. Nutzen Sie Ihr Stimmrecht! Begeistern Sie auch Mitarbeiter, Verwandte und Freunde. 

Knapp zwei Wochen später treffen sich in Köln die internationale Ernährungswirtschaft sowie Handel und Gastronomie zur Anuga. Die Profis werden sich dann bereits über den Ausgang der deutschen Parlamentswahl auslassen, viel diskutieren und darauf hoffen, dass die neue Koalition die Anliegen der Ernährungsindustrie gebührend berücksichtigt. Zum Beispiel bei der Exportförderung.

Als Teil der Lebensmittelwirtschaft spielen dann die deutsche Fleisch- und Fleischwarenindustrie mit auf dem internationalen Messe-Parkett, deren Produkte im Ausland einen ausgezeichneten Ruf genießen. Nicht weniger als 7.200 Aussteller aus 100 Ländern präsentieren fünf Tage lang vom 7. bis zum 11. Oktober das Weltmarktangebot an Nahrungsmitteln und Getränken – auch für den Außer-Haus-Markt.

Ferkelkastration und Ebermast werden abseits des Messegeschehens auf dem Ausstellungsgelände von Experten diskutiert werden. Schließlich rückt der Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration unaufhaltsam näher.

Leider tagt das Fleischerhandwerk parallel zur Kölner Weltleitmesse. Metzgermeister aus dem gesamten Bundesgebiet finden sich vom 7. bis zum 9. Oktober in Potsdam ein. Auch hier geht es um eine Richtungsentscheidung. Mit dem Bremer Herbert Dohrmann trat im vergangenen Herbst ein Fleischermeister an die Spitze des Deutschen Fleischer-Verbands (DFV), der die Interessenvertretung für die Zukunft fit machen möchte.

In diesen Tagen tourt der Präsident quer durch die Bundesrepublik, um für sein Anliegen zu werben. Sein Ziel – und das seiner Mitstreiter nicht nur im Präsidium – ist es, die Organisationsstruktur für das Fleischerhandwerk im 21. Jahrhundert auf eine solide Basis zu stellen. Das bedeutet vor allem die Leistungsfähigkeit des DFV zu sichern, um die wichtige Facharbeit sowie die gesellschaftliche und politische Interessenvertretung auch zukünftig stemmen zu können.

Der unaufhaltsame Schwund an Mitgliedern auf allen drei Ebenen – Innung, Landesverband und DFV – zwingt zum Schulterschluss. Das Festhalten am Status quo ist keine Lösung. Nutzen Sie auch hier Ihr Stimmrecht!

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