Kommentar von
Sandra Sieler

Zukunft der Fleischerzeugung Versteckte Wünsche

Mittwoch, 17. Februar 2021
Deutschland steckt in einem Dilemma: Die Fleischerzeugung ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Bundesrepublik, aber ihr Image ist schlecht.

Wir brauchen bessere Haltungsbedingungen, doch keiner will dafür bezahlen. Für das Lebensmittel Fleisch lässt ein Tier sein Leben, das zeigt sich jedoch oft nicht im Preis. Es fehlt einfach an Wertschätzung für Produkte, Prozesse und Personen. Das müssen wir dringend ändern. Da wirkt die von Greenpeace erneut angefachte Diskussion um ein Werbeverbot für Fleisch scheinheilig.

Wir dürfen das wertvolle Lebensmittel nicht in dieselbe Ecke stellen wie Zigaretten. Nikotin ist und bleibt schädlich für die Gesundheit. Bei den Bedingungen in der Tierhaltung lässt sich an vielen Stellschrauben drehen. Und daraus lassen sich ehrliche Werbestrategien entwickeln.

Verbote - Werbeverbote
(Bild: IMAGO / alimdi)

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So lange der Verbraucher Fleisch essen will – angesichts von zusammengefasst acht Millionen Vegetariern und Veganern in Deutschland wollen das eben die allermeisten – ist ein Werbeverbot nichts weiter als Bevormundung. Es hilft weder den Konsum zu lenken noch die angeprangerten Bedingungen in der Nutztierhaltung zu verbessern. Damit stellt der Vorschlag nicht nur die Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft in Frage, sondern kaschiert nur sehr halbherzig den Wunsch, uns alle zu Vegetariern zu erziehen.

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