Corona-Krise Flickenteppich wird bunter

Dienstag, 21. April 2020
Mund- und Nasenschutz beim Einkauf sowie in Bussen und Bahnen werden bundesweit diskutiert. In einzelnen Bundesländern ist das Tragen bereits Pflicht. Das Bild zeigt DFV-Vizepräsident Eckhart Neun, der die Schutzmaske in Hanau tragen muss.
Foto: jr
Mund- und Nasenschutz beim Einkauf sowie in Bussen und Bahnen werden bundesweit diskutiert. In einzelnen Bundesländern ist das Tragen bereits Pflicht. Das Bild zeigt DFV-Vizepräsident Eckhart Neun, der die Schutzmaske in Hanau tragen muss.

Aus anfänglichen Empfehlungen werden sukzessive Verpflichtungen. Keine einheitlichen Regeln zum Tragen von Masken im Einzelhandel. Gastronomie ruht und leidet weiter.

Die ersten Lockerungen, auf die sich Bund und Länder in der vergangenen Woche geeinigt hatten, brachten für die Fleischer zunächst kaum Neues. Mindestabstand und Zutrittsbegrenzungen waren für sie schon in den vergangenen Wochen gelebte Realität im Ladengeschäft. Verwunderlich allerdings ist der unterschiedliche Umgang mit Mund- und Nasenschutz beim Einkauf. Erst als Empfehlung beschlossen, ziehen nun immer mehr Länder und Gemeinden nach und sprechen eine Pflicht aus.

Der daraus entstehende Flickenteppich an Regelungen ebenso wie das Tempo stellt manchen fleischerhandwerklichen Betrieb dann doch vor neue Herausforderungen. Woher so schnell einen professionell wirkenden, wenn auch nur als Behelf dienenden Mundschutz herbekommen? Die Verbände und Genossenschaften haben vorausschauend agiert und bieten Lösungen.

Enttäuscht und besorgt reagiert die Gastronomie auf die Beschlüsse der vergangenen Woche, boten diese ihnen doch keinerlei Perspektive, wann sie ihre Gäste wieder vor Ort bewirten dürfen. Und das trifft auch die Fleischer, teils weil sie selbst gastronomische Leistungen anbieten, teils weil sie ihre Produkte an Restaurants und Hotels liefern. Anfang der Woche versendete der Bundesverband der Systemgastronomie, in dem beispielsweise Burger King, KFC, McDonald’s und Starbucks organisiert sind, einen Brandbrief. Temporär solle die Mehrwertsteuer auf sieben Prozent reduziert werden. Gleiches hatte vergangene Woche der Dehoga Bundesverband gefordert, und darüber hinaus noch die Bildung eines Rettungs- und Entschädigungsfonds.

Restaurant geschlossen
(Bild: imago images / ZUMA Wire)

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Das Corona-Dossier

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