Coronavirus Lockdown im Kreis Gütersloh

Dienstag, 23. Juni 2020
Ministerpräsident Armin Laschet verhängte über den Kreis Gütersloh einen Lockdown.
Foto: imago images / Revierfoto
Ministerpräsident Armin Laschet verhängte über den Kreis Gütersloh einen Lockdown.

Der massenhafte Nachweis des Erregers SARS-CoV-2 an Schlachthöfen ruft die Politik auf den Plan. NRW-Gesundheitsminister Laumann kündigt wissenschaftliche Expertise an.
Die mehr als 1.500 Corona-Fälle am Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück halten die Republik in Atem. Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer schloss das Fleischwerk und stellte alle rund 7.000 Mitarbeiter unter Quarantäne. Nachdem der CDU-Politiker zunächst die Schließung von Kindergräten und Schulen angeordnet hatte, verhängte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) über den ostwestfälischen Kreis Gütersloh gestern einen flächendeckenden Lockdown – vorerst bis zum 30. Juni. Am Nachmittag ordnete die Landesregierung diese Regelung auch für den benachbarten Kreis Warendorf an. Damit treten nun wieder umfangreiche Kontaktbeschränkungen wegen des enormen Infektionsgeschehens in Kraft.

Unterdessen kündigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) an, den Ursachen des Ausbruchs am Tönnies-Zentralstandort in Rheda auf den Grund gehen zu wollen. „Wir müssen untersuchen, wie die Corona-Ausbrüche in der Fleischindustrie entstehen“, sagte der CDU-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen“. Das politische Berlin reagiert indes mmer schärfer auf die Vorgänge in deutschen Schlachtbetrieben. So sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in der ARD: „Ich glaube, dass wir prüfen müssen, welche zivilrechtlichen Haftungsmöglichkeiten es in diesem Bereich gibt.“ 

Nachdem die Bundesregierung im Mai ein „Arbeitsschutzprogramm für die Fleischwirtschaft“ beschlossen hatte, fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), dem „kranken System“ von Werkverträgen endlich ein Ende zu machen und nicht bis zum Jahr 2021 zu warten. Parallel sprach sich eine Gruppe von Agrarpolitikern aus den Reihen der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag für die Förderung dezentraler Schlachthofstrukturen aus. 

Das Corona-Dossier

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