Deutscher Fleischer-Verband Fleischer haben gute Argumente

Donnerstag, 19. September 2019
In der bayerischen Landeshauptstadt München trifft sich das Fleischerhandwerk in diesem Jahr.
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In der bayerischen Landeshauptstadt München trifft sich das Fleischerhandwerk in diesem Jahr.

Beim Deutschen Fleischer-Verbandstag rückt der Stellenwert des Fleischerhandwerks in den Fokus.
Der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) lädt ein zum 129. Deutschen Fleischer-Verbandstag am 13. und 14. Oktober in München. Die Einberufung trägt folgenden Wortlaut: „Handwerk und Mittelstand sind die unverzichtbaren Säulen für Wohlstand, sozialen Frieden und Erhalt der Regionen. Das Fleischerhandwerk ist Teil dieser Säule und steht zudem für hochwertige, frische und individuelle Qualitätsprodukte. Die gute Umsatzentwicklung, die die Unternehmen verzeichnen, belegt, dass das keine Phrasen sind, sondern dass das Angebot der Fleischereien hohes Ansehen genießt und rege Nachfrage erfährt.

So gesehen besteht kein Zweifel am großen Stellenwert des Fleischerhandwerks, wenn es um die Versorgung der Menschen in Stadt und Land und aus der Region für die Region geht. Wer aber die Berichterstattung in Presse und Fernsehen und manche politische Entscheidung verfolgt, könnte einen völlig anderen Eindruck gewinnen.

Wer Zeitung liest, erfährt allzu oft, dass Fleisch und Wurst für ein ganzes Bündel von schlimmen Fehlentwicklungen verantwortlich sein sollen: für Krebs, Bluthochdruck und frühzeitiges Sterben, für Klimawandel und Umweltzerstörung und natürlich auch für unhaltbare Zustände in der Tierhaltung. Und auch die Unternehmer selbst werden von einigen in den Fokus genommen, weil sie in deren Augen aus „Profitgier“ zu allerlei Schandtaten bereit sind: ausbeuterische Löhne, Missachtung von Sauberkeit und Hygiene sowie systematische Steuerhinterziehung. Schwarze Schafe werden zum Regelfall der Branche erklärt.

Dieses Bild hat weder etwas mit der Realität zu tun, noch mit dem tatsächlichen Ansehen, das das Fleischerhandwerk und die Menschen, die hier arbeiten, in der breiten Bevölkerung genießen. Trotzdem bleibt die verzerrte Darstellung nicht ohne Folgen. Nicht nur, dass vielleicht doch einige bisher treue Kunden dieses Bild übernehmen und sich abwenden, viel schlimmer ist, dass sich solche verschobenen Sichtweisen auch in vielen politischen Entscheidungen finden lassen.

Sehr leichtfertig werden Behauptungen zu „wissenschaftlichen“ Erkenntnissen umgemünzt und in prägende Gesetzgebung übernommen. Dafür gibt es etliche Beispiele, etwa die Vorgabe, dass der Salzgehalt in Erzeugnissen reduziert werden soll. Derzeit ist das alles noch freiwillig, es wird aber unverhohlen mit einer gesetzlichen Pflicht gedroht, sollte die Vorgabe nicht umgesetzt werden. Dass inzwischen auch das Bundeszentrum für Ernährung, eine untergeordnete Behörde des Bundesernährungsministeriums, einräumt, dass eine geringere Salzaufnahme nicht in jedem Fall positiv ist, sondern auch unerwünschte Konsequenzen haben kann, spielt hier offensichtlich keine Rolle.
Ernährungswissenschaftler Uwe Knop wird mit manchem Vorurteil gegenüber Fleisch aufräumen.
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Ernährungswissenschaftler Uwe Knop wird mit manchem Vorurteil gegenüber Fleisch aufräumen.
Aufgabe des Verbands ist es, bei solch fragwürdigen Vorhaben ein gewisses Gegengewicht aufzubauen. Dabei kann man Erfolg haben, wenn sich bei den Beteiligten am Ende dann doch eine sachliche Sichtweise einstellt. Die kurze Debatte um die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes auf Fleisch in diesem Sommer ist ein Beispiel, dass nicht alle unsinnigen Vorhaben hingenommen werden müssen.

Der 129. Deutsche Fleischer-Verbandstag soll dazu dienen, solche Themenfelder zu identifizieren, in denen es zu unsachgemäßen Sichtweisen gekommen ist, um diesen mit guten Argumenten begegnen zu können. Exemplarisch soll das am florierenden Bereich der Ernährungsforschung genauer unter die Lupe genommen werden. Der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop beschäftigt sich seit langem damit, wie ernährungswissenschaftliche „Erkenntnisse“ entstehen und wie schnell dabei Fakten erzeugt werden. Vor dem Hintergrund seines Vortrags, den er in der Eröffnungsveranstaltung des Verbandstags halten wird, sollen auch andere Bereiche beleuchtet werden.

Die gastgebende Metzger-Innung München mit ihrem Obermeister Andreas Gaßner an der Spitze hat Vorbereitungen getroffen, die einen angenehmen, geselligen und kollegialen Aufenthalt sicherstellen. Damit ist der perfekte Rahmen für offene Beratungen und gute Entscheidungen geschaffen.

Alle Mitglieder, Freunde und Partner des Deutschen Fleischer-Verbands sind herzlich zur Eröffnungsveranstaltung geladen, die am 13. Oktober 2019 um 11:00 Uhr beginnt. Veranstaltungsort ist das Sheraton München Arabellapark Hotel. Die Delegierten der Landesverbände und Innungen finden sich zur zweigeteilten Mitgliederversammlung an gleicher Stätte zusammen, am 13. Oktober 2019 um 13:45 Uhr und am 14. Oktober 2019 um 9:00 Uhr.“
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