Ernährungsreport Lecker und gesund soll es sein

Mittwoch, 09. Januar 2019
Forsa-Chef Manfred Güllner überreicht Bundesernährungsministerin Julia Klöckner den aktuellen Ernährungsreport 2019.
Foto: Jürgen Struck, az
Forsa-Chef Manfred Güllner überreicht Bundesernährungsministerin Julia Klöckner den aktuellen Ernährungsreport 2019.

Zwar achten die Verbraucher immer mehr auf ihre Ernährung, verlieren den Genuss dabei aber nicht aus den Augen. Das ist die Haupterkenntnis des Ernährungsreports 2019, den Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) heute in Berlin vorgestellt hat.
Die Meinungsforscher von forsa haben 1.000 Verbrauchern auf den Zahn gefühlt, was ihnen beim Thema Ernährung so durch den Kopf geht, wie ihre aktuellen Gepflogenheiten sind und wie diese sich vielleicht auch verändert haben. Neun von zehn Befragten ist demnach gesundes Essen wichtig. Und so gut wie allen - nämlich 99 Prozent - muss es schmecken. Genuss geht eben doch über alles.
Der Report gibt Aufschluss über die Essens- und Informationsgewohnheiten der Bundesbürger. Zentrale Erkenntnis: Sie ernähren sich bewusster, aber es muss schmecken.
Foto: Deutschland, wie es isst - Der BMEL-Ernährungsreport 2019
Der Report gibt Aufschluss über die Essens- und Informationsgewohnheiten der Bundesbürger. Zentrale Erkenntnis: Sie ernähren sich bewusster, aber es muss schmecken.
Die Umfrage zeigt weiter, dass sich die Bundesbürger immer bewusster ernähren. 71 Prozent kommt es dem Ernährungsreport zufolge darauf an, dass Fertigprodukte weniger Zucker enthalten. 68 Prozent wünschen sich weniger Transfettsäuren, 38 Prozent weniger Salz. Diese Ergebnisse unterstreichen der Bundesministerin zufolge die Bedeutung der gerade erst verabschiedeten Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz. Damit sei man auf dem richtigen Weg. "Gerade der Aspekt der Innovation ist für die Verbraucher wesentlich", betont Klöckner in einer Pressemeldung des BMEL, durch starre Vorgaben würde diese gebremst werden. Beispielsweise fördert das Ministerium ein Projekt, das aus Zuckerrüben kalorienarmen Zucker gewinnt.

Tierwohl darf was kosten

Auch ihre Pläne für das staatliche Tierwohlkennzeichnen sieht Klöckner in den Ergebnissen bestätigt. In der Umfrage befürworteten 81 Prozent ein offizielles Siegel, das sicherstellt, dass Nutztiere besser gehalten werden als gesetzlich vorgeschrieben. 80 Prozent sind der Umfrage zufolge sogar bereit 5 Euro und mehr je Kilo fleisch zu zahlen, das besonders tierfreundlich produziert wurde.

Auf den Lebensmittelverpackungen wünschen sich die Bürger auch mehr Informationen über Nährwerte. Dabei unterstreicht Julia Klöckner, dass es ihnen vor allem um transparente und differenzierte Informationen gehe, "nicht nur um eine grafische Simplifizierung". Damit nimmt sie den Unterstützern der Nährwertampel den Wind aus den Segeln.

Kochen macht Spaß

Eine gerade für die Anbieter von Fleisch und von küchenfertigen Gerichten positive Nachricht bringt der Ernährungsreport aus Deutschlands Küchen mit: Knapp drei Viertel (74 Prozent) haben Spaß am Kochen – egal ob jung oder alt. 40 Prozent stehen sogar noch täglich am Herd. Grundsätzlich gewinnt der Außer-Haus-Markt aber merklich an Bedeutung: Jeweils etwa ein Viertel der Männer und 14 bzw. 13 Prozent der Frauen essen mindestens einmal pro Woche im Restaurant oder in der Kantine.

Lebensmittel kaufen die Bundesbürger immer noch am liebsten im Geschäft. Knapp jeder zehnte Befragte hat in den vergangenen zwölf Monaten einen Lieferservice genutzt. Aber der Onlinehandel wächst, auch mit Fleisch und Fisch. Produkte aus den beiden Produktbereichen landeten dem Report zufolge bei 42 Prozent der Onlinebesteller im Warenkorb.

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