Ferkelkastration Jetzt ist der Bundestag gefragt

Dienstag, 02. Oktober 2018
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Nach dem Bundesrat gab es bei den Agrarministern der Länder keine Mehrheit für eine Fristverlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration. Nun schaltet sich die GroKo ein.

Die Agrarministerkonferenz in Bad Sassendorf hat zwar den deutschen Ferkelerzeugern nichts gebracht. Ein Beschluss, der die verfahrene Situation hätte voranbringen können, kam unter den Landwirtschaftsministern der Bundesländer nicht zustande. Aber jetzt schaltete sich die Regierungskoalition ein.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte noch am Wochenende die Verantwortung von sich gewiesen und den Kelch an den Bundestag weiter gereicht. „Es ist Aufgabe der Parlamentarier, dass es doch noch eine Fristverlängerung gibt“, sagte Klöckner. Hierüber berieten die Koalitionäre in der langen Nacht des Diesel-Gipfels. Es wurde bekannt, dass Union und SPD einen Antrag in den Bundestag einbringen wollen. Ziel ist es, die Übergangsfrist bis zum vollen Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration um zwei Jahre zu verlängern. Klöckner bekräftigte, dass es nicht um ein „Weiter so“ gehe.

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Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern hatte zuvor seine Wut auf die Grünen gerichtet. Er warf ihnen vor, die deutsche Schweinehaltung zu gefährden. „Wenn Ihr noch Fleisch essen wollt, dann müssen wir eine politische Lösung finden“, sagte Backhaus. Deutschlands Nachbarn würden sich die Hände reiben, um unter hierzulande nicht akzeptierten Standards kastrierte Ferkel zu liefern. Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) kritisierte, dass „einige nicht in der Lage und bereit gewesen sind, praktikable Wege der drei Alternativen voranzubringen“. Er erinnerte daran, dass Tierschutzziele, auf die man sich gemeinsam geeinigt habe, auch ihren Wert hätten. Davon wieder abzuweichen, mache den Gesetzgeber lächerlich.

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