Fleischerhandwerk Metzger sind gefragt

Dienstag, 09. Oktober 2018
Mit Weitblick über den Hamburger Hafen und in Richtung Zukunft beraten die Fleischer über komplexe Themen wie Reformulierung und Digitalisierung.
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Mit Weitblick über den Hamburger Hafen und in Richtung Zukunft beraten die Fleischer über komplexe Themen wie Reformulierung und Digitalisierung.
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DFV


An diesem Wochenende kommen Fleischermeister, Delegierte, DFV-Mitglieder, Meistersfrauen, Partner und Ehrengäste in Hamburg zur wichtigsten Tagung ihrer Zunft zusammen.

Zum 128. Deutschen Fleischer-Verbandstag. Das Format verfügt über eine große Tradition, die den Fleischern einmal im Jahr mehr als nur das Gefühl gibt, Teil einer großen Gemeinschaft zu sein.

In der Tat ist das Fleischerhandwerk in der Bundesrepublik stark vertreten. Ende 2017 zählte der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) 12.360 fleischerhandwerkliche Betriebe. Diese Unternehmen sind mit weiteren 8.192 Filialen am Markt vertreten. Zusätzlich sind hierzulande 5.000 Verkaufsmobile im Tourendienst oder auf Wochenmärkten unterwegs. Zusammen genommen ist kaum ein anderer Wirtschaftszweig so omnipräsent in der Bundesrepublik vertreten wie die Fachgeschäfte mit der f-Marke. Das Logo ist zu selten wahrnehmbar im Vergleich zur Anzahl der Metzgereien. Beispielsweise bringen es Aldi, Lidl, Netto und Penny zusammen auf knapp 14.500 Standorte. Die Wahrnehmung ist eine andere.

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Fleischerhandwerk Trümpfe sind noch nicht deutlich genug ausgespielt

Die Fleischer haben keinen Grund, sich beirren zu lassen, denn Qualität und Genuss stehen bei den Bundesbürgern wieder höher im Kurs. Das war vor wenigen Jahren noch ganz anders. Ein Sprichwort besagt „Handwerk hat goldenen Boden“. Und tatsächlich sind die Auftragsbücher im Fleischerhandwerk gut gefüllt. Immer mehr Verbraucher hinterfragen die Herkunft und Verarbeitung von Lebensmitteln, interessieren sich zunehmend für die Wertschöpfungskette und das Tierwohl.

Sie bevorzugen immer häufiger Produkte mit dem Etikett „Aus der Region“. Dazu boomt das Snackgeschäft, und das Grillen entwickelt sich zum Megatrend. Weil sich immer weniger Menschen zu Hause an den Herd stellen oder Feierlichkeiten selbst ausrichten, sind Partyservice und Catering beliebte Dienstleistungen aus dem Fleischer-Fachgeschäft.

Metzgereien stehen vor einer Renaissance. Die aktuellen Ernährungstrends spielen dem traditionellen Handwerk in die Hände. Regionalität und Frische, exklusive Fleischspezialitäten verschiedener Herkünfte und Rassen oder Dry Aged-Beef in neuen und wiederentdeckten Zuschnitten sprechen eine größer werdende Gruppe von Kunden an. Sie ist bereit, für ausgesuchte Qualitäten von Rind, Schwein, Lamm und Kalb mehr Geld für unverwechselbaren Genuss auszugeben. Viel Potenzial also für wachsende Umsätze im Fleischer-Fachgeschäft.

In Hamburg wird über eine Strategie zur Reduktion von Fett, Zucker und Salz ebenso beraten wie über eine Initiative zu mehr Fairness bei der Vermarktung von Lebensmitteln. Aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft spricht Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel.

Ein zweiter Themenschwerpunkt betrifft den digitalen Wandel. Er vollzieht sich immer schneller in Gesellschaft und Wirtschaft, bleibt auch für Metzgereien nicht ohne Folgen und bietet vor allem auch Chancen. Welche Rolle der Mensch bei diesen Entwicklungen spielt – als Unternehmer, als Mitarbeiter und als Kunde – das beleuchtet Barbara Liebermeister, Autorin des Buchs „Digital ist egal“. Am zweiten Tagungstag legen Präsidium und Geschäftsführung des DFV ihre Tätigkeitsberichte über Arbeitsschwerpunkte, Budgets und Planungen des kommenden Wirtschaftsjahrs vor.

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