Fleischerhandwerk Weg mit Benachteiligungen

Dienstag, 07. Juli 2020
Der DFV fordert fair Regelungen für die Betriebe des Fleischerhandwerks.
Foto: jus
Der DFV fordert fair Regelungen für die Betriebe des Fleischerhandwerks.

Schluss mit ungleicher Behandlung zwischen Industrie und Handwerk. Deutscher Fleischer-Verband (DFV) nimmt Politiker in die Pflicht: keine Sonntagsreden, Versprechen halten und kleinteilige Strukturen fördern.

Der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) pocht mit Nachdruck auf faire Rahmenbedingungen in der Fleischwirtschaft. 

Die Verbreitung des Coronavirus unter Beschäftigten an den Großschlachthöfen hat zu einer intensiven Debatte über die Arbeitsbedingungen und die Wohnsituation sowie die Zentralisierung der Fleischverarbeitung geführt. Parteiübergreifend forderten Parlamentarier zu Veränderungen in der Fleischindustrie auf. 

So setzt sich Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) für dezentrale Schlachthof-Strukturen ein. Eine Forderung, die zuvor auch Bundestagsabgeordnete von CDU und CSU formulierten. Der Agrarsprecher der Grünen, Friedrich Ostendorff, forderte einen Ausstieg aus dem „kaputten System Billigfleisch“. 

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Für die Fleischer sind diese Ankündigungen eine Wiederholung vergangener Sonntagsreden. DFV-Präsident Herbert Dohrmann unterstreicht, dass die Betriebe des Fleischerhandwerks auf die heimische Landwirtschaft angewiesen sind. „Noch gibt es regionale Strukturen mit funktionierenden, nachhaltigen Kreisläufen“, bekräftigt der Bremer Fleischermeister. Allerdings sehen sich die Metzger gegenüber den Großbetrieben benachteiligt.
Dohrmann - Handwerk ist anders
(Bild: DFV)

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So können die Meisterbetriebe im Unterschied zur Industrie nicht von Staffelungen für Gebühren wie Abfallentsorgung, Energie und Fleischbeschau profitieren. Ferner vermissen die Fleischer praxisnahe Vorgaben für die Lebensmittelkontrolle, die der Struktur eines Handwerksbetriebs gerecht werden. Ein weiteres Ärgernis ist die Kassennachrüstung (TSE). Hier sehen sich die Meister gegenüber dem Handel im Nachteil. Der DFV hat dem Bundeskanzleramt einen Forderungskatalog vorgelegt.

Das Corona-Dossier

Die wichtigsten Branchen-Nachrichten zur Corona-Krise haben wir hier für Sie in einem Dossier zusammengestellt. Das Coronavirus setzt der Wirtschaft weltweit zu und macht weder vor Länder- noch vor Branchengrenzen halt. Deshalb bündeln die Top-Titel der dfv Mediengruppe, zu der auch afz - allgemeine fleischer zeitung, „Fleischwirtschaft“ und fleischwirtschaft.de gehören, fortan die wichtigsten Berichte aus verschiedenen Branchen in einem „Corona-Dossier“ - von der Lebensmittelindustrie über Gastronomie und Hotellerie bis Touristik, von Agrarwirtschaft und Fleischwirtschaft über Verpackung und Finanzen bis hin zu Marketing und Fashion. Hier geht es weiter.

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