LIV Bayern Renaissance des Regionalen

Donnerstag, 15. Oktober 2020
Wegweisende Beschlüsse fasste die Versammlung in Nürnberg, etwa dass Betriebe auch direkt Mitglied im LIV werden können – selbst wenn es vor Ort eine Innung gibt.
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Wegweisende Beschlüsse fasste die Versammlung in Nürnberg, etwa dass Betriebe auch direkt Mitglied im LIV werden können – selbst wenn es vor Ort eine Innung gibt.

Eine Renaissance des Regionalen forderte Konrad Ammon jun. bei der Mitgliederversammlung des Fleischerverbands Bayern in Nürnberg.
Dazu sei es gar nicht nötig, – wie nach den Skandalen der letzten Monate in der Fleischindustrie oft gefordert – neue Schlachthöfe zu bauen. „Es muss zunächst das oberste Ziel sein, die noch vorhandenen Strukturen und Betriebe zu erhalten.“ Das sei schon schwer genug.

Großes Lob hatte der Landesinnungsmeister hier für die Bayerische Staatsregierung übrig. „In fast allen Bereichen stärkt sie uns auf Bundesebene den Rücken und arbeitet mit uns an Lösungen.“
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Hart ins Gericht dagegen ging Ammon mit Nachlässigkeiten in Sachen Tierschutz: „Jeder Verstoß ist einer zu viel.“ Und zum Thema Schlachten berichtete der Verbandschef, dass der Verband von seinem Juristen einen Vorschlag für eine fairere Regulierung der Fleischhygienegebühren habe erarbeiten lassen. Die Bedeutung des Themas untermauerte eine Umfrage unter den Mitgliedern, derzufolge knapp die Hälfte noch selbst schlachtet.

Mit den vier im Jahr 2018 ausgetretenen Innungen reißt der Gesprächsfaden nicht ab, wie Ammon den Delegierten in Nürnberg schilderte. Zwar habe man noch zu keiner Einigung gefunden, dennoch liege ein Konzept auf dem Tisch, „wie man wieder einen gemeinsamen Weg einschlagen könne“. Angesichts der in Brandenburg grassierenden ASP bei Wildschweinen riet Svenja Fries den Metzgermeistern, deren liefernde Landwirte davon zu überzeugen, Status-Untersuchungen im Rahmen des Früherkennungsprogramms durchzuführen. Im Fall der Fälle könnten diese Betriebe schneller wieder liefern.
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Eine positive Bilanz fällt der Fleischerverband zu seiner im vergangenen Jahr eingeführten M-Marke. „Wir gehen gemeinsam unseren Weg“, freute sich der für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit zuständige Vorstand Thomas Köhn. Die Betriebe trügen das Konzept mit. Ebenfalls mit der Freisinger Agentur Kasper hat der LIV kürzlich seine neue Nachwuchskampagne „Butcher’s Tale“ vorgestellt. Eine kleine Auswahl der Werbemittel stand in Nürnberg für jeden Delegierten bereit: Plakate und Papp-Aufsteller etwa. Die Charaktere wie „Filet-Fee“, „Beef-Beschwörer“ oder „Keulenkrieger“ wenden sich freilich an die jüngere Zielgruppe der zwölf- bis 13-Jährigen, die noch vor der Berufswahl steht. Köhn: „So hält das Metzgerhandwerk Einzug ins Jugendzimmer.“

Einige wegweisende Beschlüsse fasste die Versammlung während der Regularien: Zum einen räumte sie der Verbandsführung die grundsätzliche Möglichkeit ein, Verbandsvermögen bei einer Genossenschaft anzulegen. Zum anderen sollen auch Betriebe direkt Mitglied des LIV werden können, an deren Firmensitz im Verbandsgebiet zwar eine Innung existiert, bei der sie aber nicht Mitglied sind.
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