Plastikgipfel Alle wollen weniger Müll

Mittwoch, 27. Februar 2019
Weniger Plastikmüll erzeugen. Wege dahin erörtert heute der Runde Tisch mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze.
Foto: Pixabay
Weniger Plastikmüll erzeugen. Wege dahin erörtert heute der Runde Tisch mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat vor ihrem Gipfelgespräch mit Unternehmen, Umwelt- und Verbraucherverbänden zur Vermeidung von Plastik in Supermärkten notfalls gesetzliche Regelungen angedroht.
"Die Erfahrung zeigt, dass wir durch Freiwilligkeit manchmal ehrgeizigere Ziele setzen und diese viel schneller erreichen können als durch Zwang", sagte Schulze der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Mittwoch), betonte aber zugleich: "Dort wo wir mit freiwilligen Vereinbarungen nicht weiter kommen, kommen Anreize, Quoten und klare Regeln zum Einsatz".

Industrie zieht mit

Gemeinsam mit den Teilnehmern des Runden Tischs wolle sie konkrete Vereinbarungen treffen gegen die Plastikflut im Supermarkt. Die deutsche Ernährungsindustrie begrüßt die Initiative von Bundesministerin Svenja Schulze, Ursachen von vermüllten Gewässern und Landschaften konsequent entgegenzutreten. Das unterstreicht Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff von der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) in einem Pressestatement. Für eine intelligente Plastikreduktion seien Augenmaß und ein faktenbasierter Sachbezug erforderlich. "Deshalb werden wir uns aktiv in die Arbeit am Runden Tisch einbringen", kündigte Minhoff an. Und Augenmaß sei in der aktuellen Diskussion nicht immer gegeben, insbesondere im Bereich der Getränkeverpackungen bleibe meist unberücksichtigt, dass es in Deutschland funktionierende Rücknahmesysteme gibt.
Supermarkt
(Bild: pxhere.com)

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Plastikmüll Nachhaltig, recycelt und sparsam

Aktiv unterstützen möchte die BVE das Thema "optimierte Verpackungen". Bislang hätten bei Verpackungen vor allem der Produktschutz und die Kosten im Vrdergrund gestanden. Hier wolle der Verband nun aktiv werden und sich verstärkt für die Vorteile einer ökologischen Weiterentwicklung von Verpackungen einsetzen – insbesondere durch ein recyclinggerechtes Design, den Einsatz von Recyclaten und nachwachsenden Rohstoffen.

Mehr Recyclate

Zustimmend bewertet der Verband auch die Recyclatinitiative. Minhoff schlägt in seinem Statement vor, nicht nur die Recyclate in den Blick zu nehmen, die aus der "Gelbe-Sack/Gelbe-Tonne-Sammlung" gewonnen werden, sondern auch die Getränkeverpackungen aus dem Pfandsystem. Diese zeichneten sich durch eine hohe Qualität und Sortenreinheit aus und seien deshalb hervorragend für das Recycling in geschlossenen Stoffkreisläufen geeignet.
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