Schnäppchenkultur Besser heißt auch teurer

Dienstag, 14. Januar 2020
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner kritisiert den Handel für seine Lockangebote.
Foto: imago images / photothek
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner kritisiert den Handel für seine Lockangebote.

Kritik an der Preispolitik der Lockangebote. Im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche in Berlin gehen Klöckner und Rukwied hart ins Gericht mit König Kunde und dem Lebensmitteleinzelhandel.

Schon bevor Ende der Woche in Berlin die weltweit größte Agrar- und Ernährungsmesse - die Grüne Woche - startet, wird bereits heftig über die Zukunft der Landwirtschaft und der Lebensmittelerzeugung debattiert. Neben der nachhaltigen und klimafreundlicheren Ausrichtung rückt dabei auch der Verbraucher in den Fokus. 

Wer gute Lebensmittel will, muss dafür auch bezahlen. Das unterstrich jetzt sowohl Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S.) als auch Präsident Joachim Rukwied vom Deutschen Bauernverband in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). 

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Klöckner begrüßt es, dass sich die Verbraucher heute mehr mit der Qualität und Herkunft ihrer Lebensmittel, insbesondere von Fleisch, auseinandersetzen. Konsequent ist das in ihren Augen aber nur, wenn der Kunde auch bereit ist, für bessere Haltungsbedingungen mehr zu bezahlen. Nur so könnten die Tierhalter weiterhin in Deutschland produzieren. Klöckner: „Importe aus Ländern mit niedrigeren Standards bringen uns beim Tierschutz auch nicht weiter.“

Auch mit den Lockangeboten des Lebensmitteleinzelhandels mit Fleisch ging die Ministerin hart ins Gericht: „Das verdirbt alle Maßstäbe.“ Würden einmal Hähnchenflügel für zwei Euro angeboten, halte der Verbraucher das für normal.

Bauernpräsident Rukwied appellierte in der NOZ ebenfalls an die Konsumenten, beim Einkauf mehr auf Qualität und regionale Herkunft zu achten: „Wir können die Landwirtschaft nur dann verändern, wenn die Bereitschaft dafür da ist, mehr für Lebensmittel auszugeben.“

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