Afrikanische Schweinepest: Fast 1.000 Fälle b...
imago / Future Image
Die EU-Kommission ist bereit, die Errichtung von Schutzzäunen gegen die Ausbreitung der ASP finanziell zu unterstützen.
Die EU-Kommission ist bereit, die Errichtung von Schutzzäunen gegen die Ausbreitung der ASP finanziell zu unterstützen.

BONN In Deutschland sind bis heute nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) insgesamt 988 Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Ostdeutschland amtlich festgestellt worden.

Im Vergleich zum vorwöchigen Zeitraum wurden 36 neue Infektionen bestätigt, allesamt in Brandenburg. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium vergangenen Donnerstag mitteilte, ist die Brüsseler EU-Kommission bereit, die Errichtung von Schutzzäunen gegen die Ausbreitung der ASP finanziell zu unterstützen. Der Zaunbau und die Finanzierung fallen laut Ministerium in den Zuständigkeitsbereich der Bundesländer.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte den Ländern jedoch zugesagt, sich bei der EU-Kommission für Finanzhilfen einzusetzen. Der Einsatz sei erfolgreich gewesen, meldete nun das Berliner Agrarressort. Die Kommission habe signalisiert, auf Grundlage der angegebenen Kosten eine Finanzhilfe in Höhe von neun Mio. Euro für Sachsen und Brandenburg zu gewähren. Das Bundeslandwirtschaftsministerium werde die Bundesländer bei der weiteren Antragstellung unterstützen.

Wie das Brandenburger Landwirtschaftsministerium derweil mitteilte, können auch die von der Tierseuche betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe finanzielle Hilfen für bestimmte Mehrkosten erhalten. So müssten Schweinehalter bei Verbringung ihrer gesunden Tiere in und aus dem Restriktionsgebiet angeordnete veterinärrechtliche Zusatzmaßnahmen zur Eindämmung der Tierseuche ergreifen. Außerdem verlängerten sich die Transportwege zur Schlachtung, weil etliche Schlachthöfe in Brandenburg und Umgebung keine Tiere aus den Restriktionszonen annähmen.

Betriebe, die in den Kerngebieten und den weißen Zonen Feldfrüchte anbauen wurden zudem angehalten, in der Frühjahrsbestellung statt Mais eher niedrig wachsende Kulturen anzupflanzen, um eine effektive Wildschweinjagd zu ermöglichen. Auch hier können höhere Kosten für längere Vermarkungswege entstehen. Dem Ministerium zufolge können solche Zusatzkosten bis maximal 20.000 Euro je Betrieb ausgeglichen werden. Die Antragsunterlagen für die Kostenerstattung sollen in Kürze auf der Internetseite des Potsdamer Agrarressorts bereitgestellt werden.
Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
stats