Afrikanische Schweinepest: Ungebremste Ausbre...
Pixabay
DPolnische Behörden registrieren innerhalb weniger Wochen dutzende neue Fälle in der Landwirtschaft.
DPolnische Behörden registrieren innerhalb weniger Wochen dutzende neue Fälle in der Landwirtschaft.

WARSCHAU Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich mit ungebremstem Tempo in polnischen Schweineställen aus.

Die oberste Veterinärbehörde Polens bestätigte Ende Juli drei weitere Ausbrüche in Schweinehaltungen. Damit ist die Zahl der Seuchenfälle in der Landwirtschaft innerhalb weniger Wochen auf 39 gestiegen. Nach Einschätzung von Fachleuten breitet sich das hochansteckende Virus in diesem Jahr deutlich dynamischer aus als 2020. Damals waren bis Ende Juli gerade einmal 17 ASP-Fälle in landwirtschaftlichen Unternehmen aufgetreten. Die jüngsten Ausbrüche ereigneten sich laut den Behörden in den Wojewodschaften Vorkarpatenland und Niederschlesien im Süden Polens. Zuvor waren allerdings auch Fälle aus dem nördlich gelegenen Ermland-Masuren sowie aus Großpolen gemeldet worden. Die Seuche grassiert damit in weiten Teilen des Landes.

Im Unterschied zum vergangenen Jahr tritt das Virus 2021 allerdings vorrangig in kleinen und Kleinstbetrieben auf. Dies könnte auf funktionierende Biosicherheitsmaßnahmen in den großen Unternehmen hindeuten. Zur Unterstützung der von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffenen Tierhalter hat die polnische Regierung vergangene Woche ein neues Hilfspaket geschnürt.

In Deutschland sind amtlicherseits bis zum 9. August insgesamt 1.844 Funde von ASP bei Wildschweinen bestätigt worden. Für internationales Aufsehen sorgte unterdessen der erste Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest seit vielen Jahren in der Dominikanischen Republik.

Kostenbeteiligung bei Präventionsmaßnahmen

Das mit umgerechnet knapp 44 Mio. Euro ausgestattete polnische Programm zur Unterstützung der Schweinehalter sieht unter anderem eine Beteiligung an den Kosten von Biosicherheits- und Präventionsmaßnahmen vor. So wird vom Staat beispielsweise die Hälfte der Kosten für die Anschaffung von Desinfektionsmatten, Desinfektionsgeräten, Schutzkleidung und die Absicherung von Stallgebäuden übernommen. Vorgesehen sind aber auch Ausgleichszahlungen für die durch die ASP entstandenen finanziellen Verluste am Schweinemarkt. Diese machen mit umgerechnet 33 Mio. Euro den Löwenanteil des Fördertopfes aus. Profitieren sollen die Landwirte außerdem von zinslosen Darlehen zur Absicherung vertraglicher zivilrechtlicher Verbindlichkeiten. Organisiert und ausgezahlt werden die Mittel durch das Nationale Zentrum für landwirtschaftliche Unterstützung (ARiMR). Um langfristige strukturelle Verwerfungen im Schweinesektor zu vermeiden, fördert die polnische Regierung zudem den Wiederaufbau von Schweinebeständen und die Wiederinbetriebnahme von Zucht- und Mastanlagen. Angekündigt wurde darüber hinaus die staatliche Förderung von Schlachthöfen und anderen Verarbeitungsstellen in den ASP-Gebieten.

ASP erreicht Amerika

Ende Juli haben Untersuchungen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) von Schweineproben aus der Dominkanischen Republik das Vorkommen der ASP in diesem Land bestätigt. Betroffen waren zunächst zwei Schweinehaltungen in zwei rund 200 km entfernt liegenden Provinzen. Mittlerweile sind nach Angaben des dortigen Landwirtschaftsministeriums bereits Ausbrüche in elf der insgesamt 32 Provinzen nachgewiesen worden. Um der weiteren Seuchenverbreitung Einhalt zu gebieten, sollen zehntausende Schweine gekeult werden. Den Haltern wurden von der Regierung finanzielle Entschädigungen versprochen. In der Dominikanischen Republik soll es laut der Nachrichtenagentur Bloomberg 1,35 Millionen Schweine geben. Es ist das erste Mal seit rund 40 Jahren, dass die ASP auf dem amerikanischen Kontinent wieder auftaucht. Der Grund der Einschleppung ist noch unbekannt.

Internationale Organisationen wie die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) warnten die Länder vor einer möglichen Einschleppung und riefen zur Aktivierung von Notfallreaktionsplänen und verstärkten Schutzmaßnahmen auf. Unter anderem Brasilien, die USA und Mexiko haben die Überwachung in Häfen und Flughäfen verschärft, um sicherzustellen, dass Flug- und Schifffahrtsgesellschaften sowie Reisende die Einfuhrverbote für Risikoprodukte einhalten.

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE

Newsletter-Service

Mit unseren kostenlosen Newslettern versorgen wir Sie auf Wunsch mit den wichtigsten Branchenmeldungen und nützlichen Praxistipps.

 
stats