AMA: Futter künftig ohne Gentechnik
IMAGO / CHROMORANGE
Die AMA soll für ihr Gütesegel die Kriterien in der Fütterung verschärfen, hat die schwarz-grüne Koalition in Österreich beschlossen.
Die AMA soll für ihr Gütesegel die Kriterien in der Fütterung verschärfen, hat die schwarz-grüne Koalition in Österreich beschlossen.

WIEN Österreich will bei tierischen Produkten das Gütesiegel der Agrarmarkt Austria in Zukunft nur noch verleihen, wenn bei der Fütterung auf genetechnisch veränderte Pflanzen verzichtet wird.

Das Gütesiegel der Agrarmarkt Austria (AMA) an die Nutzung von nur noch gentechnikfreien Futtermitteln gebunden werden. Das sieht ein Koalitionsantrag vor, den der Nationalrat verabschiedet hat. Grünen-Agrarsprecherin Olga Voglauer betonte, Ziel sei es, künftig von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) freie Futtermittel einzusetzen und das Tierwohl zu stärken. Die Sprecherin wies darauf hin, dass Österreich jährlich etwa 500.000 t Soja aus Südamerika importiere, großenteils gentechnisch verändert. Der Sojaanbau und die Rinderzucht zählten aber zu den größten Treibern der illegalen Abholzung des Regenwaldes. „Es ist höchste Zeit, dass unsere heimische Nutztierhaltung auf europäische, gentechnikfreie Futtermittel umstellt“, so Voglauer.


Bei der Beratung des Antrags im Landwirtschaftsausschuss war es aus Sicht der Koalition von ÖVP und Grünen zu einer Panne gekommen. Neben dem eigenen Antrag hatten die beiden Fraktionen auch dem Antrag der Neos zugestimmt. Dieser hatte vorgesehen, das AMA-Gütesiegel Produkten zu verwehren, die mit Eiweißfutter aus Drittstaaten erzeugt wurden. Der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Moosbrugger, erklärte, dass die österreichischen Bauern bereit seien, die GVO-freie Fütterung und weitere Verbesserungen in der Tierhaltung offensiv voranzutreiben, wenn diese in Kombination mit einer entsprechenden Abgeltung am Markt geschehen würden. Entscheidend sei, dass sich die gesamte Wertschöpfungskette zu dieser GVO-Freiheit bekenne und den bäuerlichen Familien eine Existenzgrundlage ermögliche. Was manche Seiten gerne ausblendeten sei, dass die Bauern von den Erlösen leben müssten. „Landwirtschaft muss sich auch lohnen“, betonte der Kammerpräsident.

Der Verband der österreichischen Schweinebauern (VÖS) hatte schon zur Beratung im Ausschuss festgestellt, dass man eine Umstellung auf europäische, GVO-freie Eiweißquellen „unter anderem mit Blick auf das beträchtliche CO2-Einsparungspotential grundsätzlich als sehr positiv bewertet“. Dies sei aber nur dann möglich, wenn die Finanzierung aller Mehrkosten, die den Landwirten daraus entstünden, gesichert sei, stellte auch der VÖS klar. Zugleich warnte er vor einer gesetzlichen Verpflichtung; ohnehin würden die Betriebe schon 80 Prozent des Schweinefutters selbst erzeugen.

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
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