Bundestagswahl 2021: Veränderungen sind nötig
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Die ANG fordert von einer neuen Bundesregierung unter anderem keine Einschränkungen von Werkverträgen und Zeitarbeit.
Die ANG fordert von einer neuen Bundesregierung unter anderem keine Einschränkungen von Werkverträgen und Zeitarbeit.

BERLIN Die Forderungen der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG).

Mit ihren zehn Kernforderungen an eine neue Bundesregierung tritt die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) als sozialpolitischer Dachverband der viertgrößten Industrie Deutschlands mit Politik und Gesellschaft in den Dialog. 

Sie zeigen auf, welche Veränderungen in der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik notwendig sind, um die Nahrungs- und Genussmittelproduktion als sicheren Arbeitgeber in Deutschland wettbewerbsfähig, nachhaltig und innovativ zu halten. „Für die Rückkehr auf den Wachstumspfad, das Gelingen der nachhaltigen Transformation und den Weg in eine digitalere und flexiblere Arbeitswelt benötigt die Ernährungs- und Genussmittelindustrie verbesserte politische Rahmenbedingungen“, betont ANG-Hauptgeschäftsführerin Stefanie Sabet. Wie wichtig eine starke Ernährungs- und Genussmittelindustrie in Deutschland ist, habe die Corona-Krise deutlich vor Augen geführt.

Sabet: „Die mittelständischen Unternehmen und ihre Beschäftigten bilden das Rückgrat unserer Versorgungssicherheit.“ Damit das Beschäftigungspotenzial der Branche weiter ausgeschöpft werden kann, brauche es eine für die Unternehmen spürbare Entlastung des Faktors Arbeit sowie wirkungsvolle Maßnahmen zur Sicherung des Fachkräftebedarfs und zur lebenslangen Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. „Der Erhalt und die Schaffung neuer Arbeitsplätze trägt letztendlich signifikant dazu bei, die krisenbedingten Wohlfahrtsverluste in Deutschland wieder aufzuarbeiten“, unterstreicht die Hauptgeschäftsführerin.

Die zehn Kernforderungen der Ernährungs- und Genussmittelindustrie zur Bundestagswahl 2021 umfassen:

1. Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie auf ihrem Wachstumspfad nach der Corona-Krise stärken.

2. Konsequenter Bürokratieabbau.

3. Die Tarifautonomie und -bindung stärken.

4. Systematik der Mindestlohnfindung beibehalten.

5. Keine Einschränkungen von Werkverträgen und Zeitarbeit.

6. Praxisnahe Lösungen zum mobilen Arbeiten.

7. Arbeitszeitgesetz den Verhältnissen einer modernen Arbeitswelt anpassen.

8. Förderung der betriebliche Aus- und Weiterbildung als Impuls der Beschäftigungssicherung.

9. Ermöglichung von virtuellen Betriebsratssitzungen dauerhaft in der Gesetzgebung verankern.

10. Flexibilität der Beschäftigungsformen nicht unverhältnismäßig einschränken.Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in über 6.200 vorwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben rund 620.000 Menschen. Die ANG verbindet als Dachverband die neun sozialpolitischen Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie.
Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 35/2021; ANG
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