Verbände-Initiative: "Ernährungswende jetzt!"...
Verbände-Initiative

"Ernährungswende jetzt!" gefordert

IMAGO / Westend61
Die Organisationen fordern die Gründung einer Zukunftskommission Ernährung.
Die Organisationen fordern die Gründung einer Zukunftskommission Ernährung.

BERLIN Ein Bündnis von Gesundheits- und Ernährungsorganisationen stellt Kernforderungen an die Koalitionspartner der geplanten Ampelkoalition.

Die Koalitionsverhandlungen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP laufen. Diese Chance nutzend fordern 15 Dachorganisationen, Verbände und Fachgesellschaften aus Gesundheit, Sozialem, Ernährung und Umwelt von den beteiligten Politikern, wirksame Maßnahmen für eine gesunde, nachhaltige Ernährung aller Menschen in Deutschland im Koalitionspapier zu verankern.


Für eine soziale, gesundheitliche und ökologische Ernährungswende in Deutschland legt das Bündnis der künftigen Bundesregierung zehn Kernforderungen vor. Zentral für den Umbau ist die Einrichtung einer "Zukunftskommission Ernährung". Analog zur "Zukunftskommission Landwirtschaft" soll das Beratungsgremium bis Ende 2022 ein Leitbild für eine sozial gerechte, gesunde, umwelt- und klimaverträgliche, tierfreundliche Ernährung in Deutschland entwickeln. Auf den Vorarbeiten der Kommission aufsetzend soll die Bundesregierung dann Anfang 2023 eine ressortübergreifende Ernährungsstrategie verabschieden und mit der Umsetzung starten. Ausdrücklich betont das Bündnis, dass gleichzeitig faire Arbeitsbedingungen in allen ernährungsrelevanten Berufen und entlang der gesamten Lieferkette zu gewährleisten sind.

Die Zeit drängt

"Die nächste Legislatur wird darüber entscheiden, ob es gelingt, uns innerhalb der planetaren Grenzen zu bewegen und zu ernähren und so unsere Lebensgrundlagen zu sichern. Eine integrierte Ernährungspolitik muss deshalb zur Kernaufgabe der neuen Bundesregierung werden", sagt Dr. Nina Wolff, Vorsitzende von Slow Food Deutschland. Rahmenbedingungen und Umfelder müssen so gestaltet sein, dass die Entscheidung für eine ganzheitlich optimale Ernährung nicht vom Geldbeutel und vom sozialen Status eines Einzelnen abhängt.

Neben der erwähnten Schaffung einer Zukunftskommission Ernährung gehören zu den Kernforderungen unter anderen die Erarbeitung einer ressortübergreifenden Ernährungsstrategie, gutes Essen in der Gemeinschaftsgastronomie und verbindliche Regulierung von (an Kinder gerichteter) Lebensmittelwerbung. Zudem ist mehr Augenmerk auf eine nachhaltige Produktion von Obst und Gemüse und die Ernährung im Gesundheitswesen zu legen. 

Gemeinsam handeln

Der Appell wird getragen von: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ), Bundesvertretung der Medizinstudierenden Deutschland e.V. (bvmd), Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW), BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE), Deutsche Adipositas Gesellschaft e.V. (DAG), Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM), Deutsches Netzwerk Schulverpflegung e.V. (DNSV), Ernährungsräte, Paritätischer Gesamtverband, Physicians Association for Nutrition (PAN), Slow Food Deutschland e.V., Verband der Diätassistenten - Deutscher Bundesverband e.V. (VDD), World Wide Fund for Nature Deutschland (WWF). Initiiert wurde er von der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland.

Dieser Text erschien zuerst auf der fleischwirtschaft.de-Schwesterplattform www.food-service.de.

Quelle: food-service.de, fleischwirtschaft.de / dfv Mediengruppe

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