Handel mit Schweinefleisch: Bewegung in Konsu...
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Das Containerschiff Cosco France, hier vor dem Hamburger Containerterminal Tollerort, liefert Fleisch über alle Weltmeere. Über die Lieferungen von deutschem Schweinefleisch nach China soll nun zwischen Deutschland und der Volksrepublik auf Expertenebene beraten werden.
Das Containerschiff Cosco France, hier vor dem Hamburger Containerterminal Tollerort, liefert Fleisch über alle Weltmeere. Über die Lieferungen von deutschem Schweinefleisch nach China soll nun zwischen Deutschland und der Volksrepublik auf Expertenebene beraten werden.

BERLIN Beim Bemühen um eine Wiederaufnahme der wegen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gesperrten Schweinefleischlieferungen von Deutschland nach China ist das Bundeslandwirtschaftsministerium einen Schritt vorangekommen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner tauschte sich mit ihrem chinesischen Amtskollegen Tang Renjian zu aktuellen Themen in den Agrarbeziehungen aus. Wie jetzt bekannt wurde, war der Export von deutschem Schweinefleisch in die Volksrepublik am vorvergangenen Samstag (17. April 2021) Thema zum Auftakt der 6. Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen. Dabei verständigten sich beide Minister in einer Videokonferenz darauf, zeitnah konkrete Gespräche auf Expertenebene in Bezug auf die ASP zu führen. Laut Ministerium erläuterte Klöckner ihrem chinesischen Kollegen die aktuelle Lage in Deutschland und betonte, dass der Bestand der Hausschweine ASP-frei und der Ausbruch lokal begrenzt in zwei Bundesländern ausschließlich bei Wildschweinen nachgewiesen worden sei. Deutschland nehme mit Hochdruck erhebliche Anstrengungen mit Biosicherheits-, Aufklärungs-, Bejagungs- und Testungsmaßnahmen sowie Zaunbauten vor. „Wir wollen eine Vereinbarung für die Wiederaufnahme des Handels. Deshalb ist die Einigung auf intensive Verhandlungen in einer deutsch-chinesischen Expertengruppe ein wichtiger Schritt", hob die Ministerin hervor.

Für weitere, noch offene Marktzugangsfragen wie für Äpfel, Gerste, Weizen und tierische Produkte wie beispielsweise Rindfleisch solle ein pragmatischer Weg gefunden werden, teilte das Ministerium weiter mit. Man setze sich für einen regelbasierten internationalen Handel ein. Der Abbau von Handelshemmnissen und der Abschluss offener Marktzugangsverfahren seien wichtige Anliegen deutscher Agrarpolitik. Beide Seiten einigten sich in dem Gespräch zudem darauf, die Kooperationsprojekte zur Tierzucht und -haltung, den Demonstrationspark Ackerbau und Landtechnik sowie das Austauschprogramm für junge Fachkräfte unter dem Dach des Deutsch-Chinesischen Agrarzentrums (DCZ) über 2020 hinaus fortzuführen.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) betonte, dass der Export von Schweinefleisch nach China für die hiesigen Schweinehalter enorm wichtig sei. Zwar seien bis dahin noch „einige dicke Bretter zu bohren“, die angekündigten Gespräche in einer deutsch-chinesischen Expertengruppe seien jedoch ein wichtiger Teilerfolg.

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
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