Klimaschutz: EU ist Treiber von Waldzerstörun...
imago / ZUMA Wire
Die Europäische Union ist weltweit zweitgrößter Waldzerstörer für Importe. Das geht aus einer Studie des WWF hervor.
Die Europäische Union ist weltweit zweitgrößter Waldzerstörer für Importe. Das geht aus einer Studie des WWF hervor.

BRÜSSEL Die Europäische Union ist einer der Haupttreiber der globalen Tropenabholzung im Zusammenhang mit dem internationalen Handel vor allem von Soja, Palmöl und Fleisch.

Diese Ansicht vertritt zumindest der World Wide Fund For Nature (WWF), der seine Einschätzung jetzt mit Zahlen untermauert hat, die sich in dem von ihm am 14. April unter der Überschrift „Stepping up? The continuing impact of eu consumption on nature worldwide“ herausgegebenen Report finden. Demnach gehen 16 Prozent der globalen Tropenabholzung im Zusammenhang mit dem internationalen Handel in den Jahren 2005 bis 2017 auf das Konto der EU. Nur China komme mit 24 Prozent auf einen höheren Wert, so der WWF. Auf Platz drei hinter der EU liege Indien mit neun Prozent, und danach kämen die USA mit sieben Prozent und Japan mit fünf Prozent.

In der Europäischen Union ist die Verantwortung für die globale Tropenholzabholzung erwartungsgemäß ungleich verteilt. Gemessen anhand der mittleren Gesamtabholzung in Hektar pro Jahr schneiden dem Bericht zufolge Deutschland, Italien und Spanien besonders schlecht ab. Die durchschnittliche Abholzung je Bürger und Jahr ist laut den WWF-Berechnungen in diesen Ländern aber deutlich niedriger als zum Beispiel in den Niederlanden, Dänemark und Slowenien. Vergleichszahlen für Länder außerhalb des EU-Staatenverbunds werden nicht geliefert. Unter Verweis auf den Report forderte der WWF die Bundesregierung dazu auf, sich auf EU-Ebene für ein starkes Gesetz für entwaldungsfreie Lieferketten einzusetzen. Es müsse verhindert werden, dass für den Konsum der EU-Bürger weiterhin intakte Natur in Ackerflächen umgewandelt werde. Freiwillige Absichtserklärungen von Regierungen und Unternehmen hätten die Naturzerstörung bisher nur in Einzelfällen gestoppt.

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Europa-Parlament, Martin Häusling, wertete das Ziel der EU, Lieferketten per Gesetz entwaldungsfrei zu gestalten, als ein „in der Praxis schwieriges Unterfangen“. Viele Herkunftsländer hätten nicht die Kapazitäten, einen lückenlosen „rodungsfrei“-Nachweis zu erbringen. Erforderlich sei vielmehr eine Agrar- und Ernährungswende hin zu einem ressourcenangepassten Ernährungssystem mit einer flächengebundenen Tierhaltung und einer wirksamen EU-Eiweißstrategie.

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
Themen
WWF
stats