Kükentöten: Bundestag beschließt Verbot
Kükentöten

Bundestag beschließt Verbot

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In Zukunft sollen Verfahren zum Einsatz kommen, mit denen das Geschlecht bereits im Ei bestimmt wird, damit männliche Küken gar nicht erst schlüpfen.
In Zukunft sollen Verfahren zum Einsatz kommen, mit denen das Geschlecht bereits im Ei bestimmt wird, damit männliche Küken gar nicht erst schlüpfen.

BERLIN Der Bundestag hat das millionenfache Töten männlicher Küken in Deutschland verboten. Das Verbot gilt ab 2022. Künftig wird das Geschlecht schon im Ei bestimmt.

Das legt ein Gesetzentwurf von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) fest, das der Bundestag am gestrigen Donnerstagabend beschloss. Bislang werden in der Legehennenhaltung jährlich mehr als 40 Millionen männliche Küken kurz nach dem Schlüpfen getötet. Damit soll ab Anfang 2022 Schluss sein. Nun sollen Verfahren zum Einsatz kommen, mit denen das Geschlecht bereits im Ei bestimmt wird, damit männliche Küken gar nicht erst schlüpfen. Ab dem Jahr 2024 sollen aber auch solche Methoden nur noch dann erlaubt sein, wenn das Geschlecht des Kükens schon in einem besonders früheren Stadium des Brütens erkannt wird. Damit sollen in Zukunft auch Schmerzen für den Embryo vermieden werden.
„Damit sind wir weltweit Vorreiter.“
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

Klöckner sagte, das Gesetz sei ein Meilenstein für den Tierschutz. „Damit sind wir weltweit Vorreiter.“ Mit dem Gesetz muss sich abschließend auch noch der Bundesrat befassen, der das Vorhaben allerdings nur verzögern, aber nicht stoppen kann. Das Bundesverwaltungsgericht hatte bereits 2019 entschieden, dass die bisherige Praxis des Kükentötens nur noch für eine Übergangszeit zulässig ist, weil Tierschutzbelange höher zu bewerten seien als wirtschaftliche Interessen.

Das Verbot, männliche Küken nach dem Schlüpfen zu töten, wird grundsätzlich von allen begrüßt: von der niedersächsischen Geflügelwirtschaft bis zum Tierschutzbund und auch parteiübergreifend. Kritik gibt es aber an Details. Die FDP fordert eine gesamteuropäische Lösung. Der agrarpolitische Sprecher der FDP, Gero Hocker, findet das Verbot zwar richtig, er kritisiert allerdings, dass es nur in Deutschland gilt. So könnte sich das Problem ins europäische Ausland verlagern und die deutsche Geflügelwirtschaft benachteiligen, so seine Befürchtung. Anders sieht das der Agrarsprecher der Union, Albert Stegemann. Seiner Ansicht nach werden die niedersächsischen Brütereien mit ihrer Technologie des Aussortierens vor dem Schlüpfen der Küken weltweit Vorreiter beim Tierschutz in der Landwirtschaft.

Dieser Text erschien zuerst auf www.agrarzeitung.de.

Quelle: agrarzeitung.de, fleischwirtschaft.de / dfv Mediengruppe
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