Lebensmittelsicherheit: Bürger für mehr Trans...
imago / Ralph Lueger
Der vzbv fordert ein bundeseinheitliches Transparenzsystem.
Der vzbv fordert ein bundeseinheitliches Transparenzsystem.

BERLIN Große Mehrheit für „gläserne“ Lebensmittelkontrollen. Verbraucherschützer legen Ergebnisse einer Forsa-Studie vor.

Die große Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich eine transparente Lebensmittelüberwachung durch Smiley, Kontrollbarometer oder ähnliches. Fast neun von zehn Befragten sprachen sich bei einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) für eine Veröffentlichung der Kontrollergebnisse aus. Salmonellen im Restaurant, Schimmel in der Wurstfabrik, Mäusekot beim Bäcker: Kontrolleure entdeckten in Restaurants, Bäckereien oder anderen lebensmittelverarbeitenden Betrieben immer wieder unappetitliche und gesundheitsgefährdende Missstände, so der vzbv in Berlin. Bislang bekämen die Verbraucherinnen und Verbraucher davon in der Regel nichts mit, denn die Ergebnisse der Lebensmittelkontrolleure müssten nicht automatisch veröffentlicht werden.


Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert hier ein Umdenken und mahnt ein bundeseinheitliches Transparenzsystem an. Erfahrungen in anderen Ländern zeigten, dass Transparenz zu mehr Hygiene führe und den Verbrauchern echte Orientierung biete, stellte der vzbv fest. Die Konsumentinnen und Konsumenten wollten wissen, wie es um die Sauberkeit in ihrem Lieblingsrestaurant oder dem Imbiss um die Ecke stehe. Mehr Transparenz sorge für Vertrauen und führe zu mehr Sauberkeit und Hygiene, so vzbv-Vorstand Klaus Müller. Das Thema müsse deshalb auf die Agenda der nächsten Bundesregierung. Der vzbv kritisiert, dass die Behörden oft nicht hinreichend ausgestattet sind. Im Schnitt falle daher jede dritte Lebensmittelkontrolle aus. Schwarze Schafe blieben zu lange unentdeckt, vorbildlichen Betrieben fehle es an Anerkennung.

 

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 36/2021; AgE
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