Lebensmittelverschwendung: Weniger für die To...
IMAGO / Joko
Nicht jedes Obst und Gemüse lässt sich vermarkten. Beispielsweise wenn Größen, Sorten oder Qualitäten nicht den Ansprüchen der Konsumenten genügen.
Nicht jedes Obst und Gemüse lässt sich vermarkten. Beispielsweise wenn Größen, Sorten oder Qualitäten nicht den Ansprüchen der Konsumenten genügen.

BONN Ein digitaler Marktplatz für Lebensmittel ist ein Weg im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung. Das ist auf der 33. Internationalen Arbeitstagung Qualitätskontrolle Obst und Gemüse deutlich geworden, die von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in diesem Jahr erstmals digital durchgeführt wurde.

Wie die BLE berichtete, ist die Plattform FeedUp@UN ein solcher Ansatz. Mit diesem digitalen Marktplatz hätten die Wirtschaftskommission der Europäischen Union (UNECE) und das Institut für Informations- und Kommunikationstechnologie der Vereinten Nationen eine Möglichkeit geschaffen, auf dem Frischmarkt unverkäufliches Obst und Gemüse für andere Verarbeitungszwecke anzubieten.

Ware, die beispielsweise wegen nicht gewünschter Größen, Sorten oder Qualitäten nicht frisch verkauft werden könne, sei für potentielle Kunden wie Upcycling-Betriebe interessant, erläuterte die BLE. Sie könnten sich über eine App unter anderem mit Obst und Gemüse zum Trocknen versorgen. FeedUp@UN bringe so „unsichtbare“ Lebensmittel zurück in den Lebensmittelkreislauf und ermögliche neue regionale Kontakte. Zudem könnten erstmals Lebensmittelverluste erfasst und Erfolge bei der Vermeidung registriert werden.
Darüber hinaus könne die App berechnen, welcher Beitrag zum Umweltschutz durch die tatsächliche Nutzung der Lebensmittel geleistet werde. Außerdem sei eine Art Zertifizierung der Teilnehmer, denen Einsparungen gelungen seien, in Vorbereitung. Aktuell durchlaufe FeedUp@UN Pilotphasen in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden. Eine weitere praktische Hilfe ist laut BLE-Angaben der „Code of Good Pracice“ für den Handel. Dieser EU-weite Leitfaden stelle für jede Stufe - von der Ernte bis in den Einzelhandel - verschiedene Stellschrauben zusammen, an denen zur Verlustvermeidung gedreht werden könne.

Für BLE-Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden sind die vorgestellten Ansätze Teil einer Reihe wirksamer Aktionen, die eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung stärkten. BLE-Referatsleiterin Dr. Ulrike Bickelmann appellierte an den Handel, die Bandbreite nutzen zu lernen und sich dabei von den staatlichen Kontrollstellen beraten zu lassen.
Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
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