Regierungsbildung: Farbenspiele müssen schnel...
Regierungsbildung

Farbenspiele müssen schnell ein Ende haben

Nach der Bundestagswahl ringen Rot, Schwarz, Grün und Gelb um ein neues Bündnis. Der Kommentar von Sandra Sieler.

Deutschland hat gewählt. Dabei ist nach dem Wahlsonntag gerade alles andere als klar, wer das Land künftig führen wird. Mit dem stärkeren Votum für SPD, Grüne und FDP favorisieren die Wähler indirekt eine Ampelkoalition. Und auch der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sieht hier eine „gemeinsame Idee von Fortschritt“. Dass Armin Laschet für Fortschritt steht, davon hatte der Kandidat der CDU im Wahlkampf nicht genügend überzeugen können.


Ob sich Rot-Grün-Gelb allerdings tatsächlich auf einen gemeinsamen Kurs einigen können, oder ob am Ende doch noch der Unterlegene Laschet Kanzler einer Jamaica-Koalition wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht kommt dem Rheinländer dabei zugute, was man ihm nachsagt: Dass er geschickt Menschen und unterschiedliche Meinungen zusammenbringen kann.

Ob Ampel oder Jamaica: Das Umfeld, in dem die neue Regierung antreten wird, ist ein äußerst schwieriges. Durch die Corona-Pandemie sind die Kassen leer und das Volk ist gespalten wie selten in den vergangenen Jahrzehnten. Wird es tatsächlich gelingen, die Haushaltslage in den Griff zu bekommen, die Wirtschaftsleistung wieder anzukurbeln, dabei gleichzeitig das Klima zu schonen – und das alles ohne Steuererhöhungen?

„Ob Ampel oder Jamaica: Das Umfeld, in dem die neue Regierung antreten wird, ist ein äußerst schwieriges.“

Letzteres ist eine zentrale Forderung der Unternehmen. Gleich nach der Wahl postulierte die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand, der zehn große Wirtschaftsverbände angehören, darunter ZDH, HDE und Dehoga, ihre Forderung nach „Spielräumen für unternehmerisch freies Handeln, für Innovationen und Investitionen“.

Diese Forderungen werden die fleischerhandwerklichen Unternehmer blind unterschreiben. Das Klima für Fleisch und Wurst aus artgerechter Tierhaltung in der Region ist gut. Was die Metzger jetzt brauchen, ist eine Stärkung der beruflichen Bildung, weniger Bürokratie und Abgaben sowie gute Finanzierungsmöglichkeiten. Was niemand braucht, ist eine monatelange Hängepartie bis eine handlungsfähige Regierung steht.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 39/2021

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