Umbau der Tierhaltung: Borchert-Vorschläge be...
Umbau der Tierhaltung

Borchert-Vorschläge bestätigt

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Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, CDU, stellt die Ergebnisse der Folgenabschätzung zu Vorschlägen der Borchert-Kommission zum Umbau der Nutztierhaltung vor. Hier mit Folkhard Isermeyer (rechts), Präsident des Johann Heinrich von Thünen-Instituts, und Jochen Borchert, Bundeslandwirtschaftsminister a.D.
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, CDU, stellt die Ergebnisse der Folgenabschätzung zu Vorschlägen der Borchert-Kommission zum Umbau der Nutztierhaltung vor. Hier mit Folkhard Isermeyer (rechts), Präsident des Johann Heinrich von Thünen-Instituts, und Jochen Borchert, Bundeslandwirtschaftsminister a.D.

BERLIN Die Folgenabschätzung des Thünen-Instituts für den Umbau der Nutztierhaltung liegt vor. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ist beim Finanzierungsmodell nicht festgelegt.

In Zukunft sollen Nutztiere in Deutschland zu deutlich besseren Bedingungen gehalten werden. So sehen es die Vorschläge des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung unter der Leitung des ehemaligen Landwirtschaftsministers Jochen Borchert vor. 

Auf Tierhalter würden entsprechend höhere Kosten zukommen. „Die Kosten würden um mindestens zehn bis maximal 20 Prozent steigen“, sagte Prof. Folkhard Isermeyer, Präsident des Thünen-Instituts, zur Vorstellung der Folgenabschätzung. Um eine Abwanderung der Tierhaltung ins Ausland zu verhindern, „müssen Tierhalter finanziell in die Lage versetzt werden, diese Mehrkosten stemmen zu können“, fasste Isermeyer die Studie zusammen. Dafür müsse der Staat eine „verlässliche Tierwohlprämie“ etablieren. 

Julia Klöckner stellt die Ergebnisse der Folgenabschätzung zu den Vorschlägen der Borchert-Kommission vor.
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Julia Klöckner stellt die Ergebnisse der Folgenabschätzung zu den Vorschlägen der Borchert-Kommission vor.
Für deren Einführung will Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) die Mehrwertsteuer auf tierische Lebensmittel von sieben auf 19 Prozent erhöhen oder eine mengenbezogene Verbrauchssteuer in Form einer Tierwohlabgabe einführen. „Ich kann mit beidem leben“, erläuterte sie mit Blick auf die ausstehende Debatte im Bundestag. In dieser Legislatur rechnet die Ressortchefin aber mit keiner Entscheidung. Dennoch erarbeite ihr Ministerium nun Vertragsentwürfe für die verschiedenen Finanzierungsmodelle. Darin verpflichtet sich der Staat, Tierhaltern für sieben Jahre eine Prämie für ihre Investitionen in mehr Tierwohl zu zahlen. Zwar sei der Zeitraum zu kurz bemessen. Allerdings setze das EU-Recht Grenzen, erläuterte Klöckner. „Wir verhandeln deswegen mit der EU.“
Die Kosten für den Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland liegen zwischen drei und vier Mrd. Euro pro Jahr.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 18/2021
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