Weidehaltung: Streit um Schutz vor dem Wolf
Weidehaltung

Streit um Schutz vor dem Wolf

IMAGO / alimdi
 Durch die ungehinderte Ausbreitung des Wolfs sehen Weidetierhalter in Bayern ihre Zukunft bedroht.
Durch die ungehinderte Ausbreitung des Wolfs sehen Weidetierhalter in Bayern ihre Zukunft bedroht.

MÜNCHEN Zahlreiche Verbände fordern von der Bayerischen Staatsregierung Weidetiere besser zu schützen und den Schutzstatus für den Wolf zu senken, um ein angemessenes Wildtiermanagement zu ermöglichen.

In einem gemeinsamen Brief fordern der Bayerische Bauernverband (BBV), der Bayerische Waldbesitzerverband, der Verband Familienbetriebe Land und Forst Bayern sowie der Landesverband der Bayerischen Schafhalter die Politik auf, sich für eine Herabsetzung des Schutzstatus von Wölfen innerhalb der EU einzusetzen und damit die Voraussetzung für ein angemessenes Wildtiermanagement zu schaffen.
 
„Wölfe vermehren sich rasant und breiten sich ungehindert aus. Der in früheren Jahren formulierte Zielwert für Deutschland von 1.000 Wölfen ist längst erreicht. Jetzt muss der Zustand der Wolfspopulation im gesamten europäischen Raum erneut festgestellt werden, um den Schutzstatus neu bewerten zu können“, betont der unterfränkische BBV-Bezirkspräsident Stefan Köhler. Die häufiger auftretenden Nutztierrisse besorgen die  Weidetierhalter. Köhler: „Ein Nebeneinander von Weidetieren und von Wolfsrevieren ist nicht möglich. Mit der Rückkehr des Wolfes und seinen starken Schutzstatus wird die von der Gesellschaft gewünschte Weidetierhaltung in Frage gestellt.“

Gemeinsam fordern die Verbände die bayerische Staatsregierung auf, alle im Freistaat möglichen Maßnahmen zum Herdenschutz auszuschöpfen, um die Weidetierhalter bestmöglich zu unterstützen. „Dazu gehört für uns auch, sämtliche Schäden grundsätzlich zu entschädigen, wenn ein Wolf als Verursacher nicht auszuschließen ist, unabhängig von den erfolgten Schutzmaßnahmen“, schreiben die Verbände. Zudem müsse Herdenschutz dauerhaft und nicht nur zeitlich befristet gefördert werden, ebenso sämtliche laufende Kosten (auch Arbeitskosten) und wirksame Maßnahmen. Dafür aufkommen solle die Allgemeinheit – mittels Steuerfinanzierung der Herdenschutzmaßnahmen.

Eindringlich bitten die Verbände die Politik um ihren Einsatz für die Weidetierhaltung: „Bitte unterstützen Sie uns, damit wir in dieser historischen Ausnahmesituation die Weichen so stellen, dass unsere Weidetierhaltung in Bayerns Kulturlandschaft erhalten bleibt und unsere nachfolgenden Generationen noch Weidewirtschaft erleben und praktizieren können,“ heißt es in dem Schreiben.

Dieser Text erschien zuerst auf www.agrarzeitung.de.

Quelle: agrarzeitung.de, fleischwirtschaft.de / dfv Mediengruppe
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