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MeatApp
Sind seit ihrer Kindheit befreundet und gründeten die Plattform „MeatApp“ (von links): Manuel Rühl, Julian Bonn und Wojtek Konieczny.
Sind seit ihrer Kindheit befreundet und gründeten die Plattform „MeatApp“ (von links): Manuel Rühl, Julian Bonn und Wojtek Konieczny.

FRANKFURT Drei Start-up-Gründer schaffen „den einfachsten Weg des Metzgers zum Internethandel“.

Es kann nicht funktionieren, 100 Gramm Schinkenwurst online zu verkaufen“, schickt Wojtek Konieczny voraus. Der Grund: „Online bedeutet einen höheren Aufwand in Handling, Verpackung und Versand.“ Der Erfolg in dieser Sparte liegt für den Metzger in den handwerklichen Besonderheiten. Das sind regionale Spezialitäten sowie die höherpreisigen und margenträchtigen Artikel. Eine weitere Herausforderung: Der Kunde muss im Internet schnell und direkt zum Angebot des Fleischer-Fachgeschäfts gelenkt werden.

Konieczny ist einer der drei Gründer von „MeatApp“. Der auf das Fleischerhandwerk spezialisierte Vermittler von Online-Aufträgen arbeitet derzeit in der Pilotphase. Die Beschreibung des neuen Angebots: MeatApp ist nicht selbst Online-Händler, sondern vermittelt Online-Aufträge. In dieser Vermittlung liegt eine Exklusivität: Der virtuelle Marktplatz ist exklusiv für handwerkliche Fleischer-Fachgeschäfte reserviert. Die Metzger, die sich dort präsentieren, sollen zu den Überzeugungen und zur Philosophie von MeatApp passen: regional, nachhaltig, fair.

Konieczny hierzu: „Die Haltungsform der Tiere wird zur entscheidenden Produktinformation bei Fleisch. Bei Wurst ist die handwerkliche Herstellung vor Ort das entscheidende Merkmal, das einen Mehrpreis rechtfertigt. Lokale und regionale Waren sind heute schon wesentlich attraktiver als globale Markenprodukte. Daher wird MeatApp den Metzgern ein Nachhaltigkeits-Paket anbieten. Das umfasst beispielsweise auch eine Verpackung, die eine positive CO2-Bilanz aufweist.“ MeatApp grenzt sich von anderen Händlern deutlich ab: „Wer nur maximal viele Produkte verkaufen will, aber keine Handwerkstradition pflegt, passt nicht auf unseren Marktplatz“, erklären die Gründer. Der Metzger habe mehr Fans als tatsächlich Kunden den Weg ins Fleischer-Fachgeschäft finden. Besonders in Großstädten müsse daher online der Weg zum regionalen Metzger erleichtert werden. Die Kunden werden im Idealfall dann auch Kunden im Laden.

Das Geschäft soll nach der Devise funktionieren „Der Metzger packt, MeatApp wickelt ab“. Und so soll es ablaufen: Metzger erhalten einen „Standplatz“ auf dem virtuellen Marktplatz. Ob sie vorher schon über einen Web-Shop verfügten, ist egal. Entscheidend ist das handwerklich-nachhaltige Profil. Die Aufnahme auf den Marktplatz von MeatApp kostet eine einmalige Gebühr. Sie beinhaltet Beratung und Programmierung. Die Gesamtkosten sollen „im vierstelligen Bereich“ liegen, so die drei Initiatoren. Gegenwärtig prüfen sie, ob ihre Klientel für diese Digitalisierungsmaßnahme öffentliche Zuschüsse erhalten kann.


  • MeatApp übernimmt die Online-Werbung für die auf dem Marktplatz „versammelten“ Metzger, führt die Kunden also ins Fachgeschäft.
  • Weiterhin von MeatApp abgewickelt werden: Bestell- und Bezahlvorgang, Management der Kundenzufriedenheit, mögliche Reklamationen.
  • Mit der Weitergabe der Bestellung geht auch das Geld zum Metzger – MeatApp behält für seine Leistungen eine Vermittlungsprovision ein.
  • Jetzt ist der Metzger an der Reihe – mit Verpackung und Versand. Für die Verpackung bietet MeatApp standardisierte Lösungen, beispielsweise die von Landpack. Dessen Kartons besitzen eine Stroh-Isolierung und nachhaltige Kühlelemente.

Der besondere Reiz für die Konsumenten: Mit dem Besuch auf MeatApp kann er „seinen“ Metzgern aussuchen. Wie auf dem Münchner Viktualienmarkt kann er unter vielen handwerklichen Anbietern und ihren Spezialitäten wählen. Dann folgt das klassische Verfahren jedes virtuellen Kaufs: Produkt in den „Warenkorb“ legen, online bezahlen. Nach der Bestellbestätigung geht der Auftrag zum Einpacken und Versenden zum Metzger; und natürlich auch der Erlös für die Waren.

Der Online-Einkauf von Lebensmitteln unterscheidet sich in einem Merkmal wesentlich von anderen Einkäufen im Netz: Die Rücksendung bei Nichtgefallen ist ausgeschlossen. Dazu sagt Konieczny: „Die Kunden sind Zufriedenheitsgarantien gewöhnt. Daher wird jeder MeatApp-Besteller, der glaubhaft sein Nicht-Gefallen darlegt, sein Geld zurückerhalten.“

Die drei Gründer bereiten sich schon jetzt auf die Fachmesse Süffa im September 2021 in Stuttgart vor. Dort stellen sie ihren neuen Online-Marktplatz erstmals vor. Das MeatApp-Trio wird auch einen Vortrag bei der afz-akademie zur Süffa am Samstag, 18. September 2021, halten. Thema: Der Erfolg des Metzger-Onlineshops.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 8/2021



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