Digitalisierung: Kontaktscheu an der Kasse
Digitalisierung

Kontaktscheu an der Kasse

EURO Kartensysteme / girocard.eu
Auch am Verkaufsautomaten schnell und kontaktlos bezahlen.
Auch am Verkaufsautomaten schnell und kontaktlos bezahlen.

BERLIN Die große Mehrheit der Konsumenten nutzt inzwischen Karte, Smartphone oder Smartwatch, um bequem, schnell und sicher zu bezahlen, zeigen Studien.

Gekommen, um zu bleiben: Für die große Mehrheit der Konsumenten gehört das kontaktlose Bezahlen per Karte, Smartphone oder Smartwatch inzwischen zum Alltag, hat der Digitalverband Bitkom herausgefunden. Von Juli bis September haben demzufolge neun von zehn (90 Prozent) der Befragten ab 16 Jahre mindestens einmal auf diese Weise bezahlt.

Die Hälfte (50 Prozent) nutzt diese Möglichkeit mehrmals die Woche, neun Prozent mehrmals täglich und jeder Fünfte (19 Prozent) sogar täglich. Weitere 27 Prozent bezahlen mindestens einmal in der Woche kontaktlos, 13 Prozent hingegen seltener.

Digital Talk zum Thema Bezahlen

Im digital talk „Smart im Handwerk. Digitale Tools und Strategien für Metzger, Bäcker, Konditoren & Co.“ am 30. November 2022  wie auch im Buch „Der smarte Metzger“ spielt das Thema Payment eine Rolle. 

Unter anderem spricht die Weinberaterin Janine Reichert von Ihren Erfahrungen mit Verkaufsautomaten, mobilem Kassieren und wie sie Zahlungen von Touristinnen und Touristen aus aller Welt abrechnet.

30. November 2022 | 14:00 – 15:00 Uhr.  Anmelden können Sie sich hier.

Besonders weit verbreitet ist das kontaktlose Bezahlen laut Umfrage bei den Jüngeren. 96 Prozent der 16- bis 29-Jährigen haben im dritten Quartal mindestens einmal kontaktlos bezahlt, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 95 Prozent und bei den 50- bis 64-Jährigen 93 Prozent. Und selbst unter den Seniorinnen und Senioren ab 65 hat eine deutliche Mehrheit von 79 Prozent zumindest hin und wieder kontaktlos bezahlt.

Knapp die Hälfte (45 Prozent) haben von Juli bis September mindestens einmal statt mit einer Karte, die man vor das Terminal hält, mit Smartphone oder Smartwatch kontaktlos bezahlt.

Die Jüngeren liegen hier klar vorn: 74 Prozent der 16- bis 29-Jährigen haben den Bezahlvorgang mit Smartphone oder Smartwatch genutzt, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 59 Prozent und bei den 50- bis 64-Jährigen 51 Prozent. Zurückhaltend sind die Älteren ab 65, von denen nur elf Prozent Smartphone oder Smartwatch zum Bezahlen an der Ladenkasse genutzt haben.

Und so hat die Pandemie dem elektronischen Bezahlen offenbar einen nachhaltigen Schub gegeben. Drei Viertel (76 Prozent) sagen, dass sie seit der Corona-Pandemie seltener Bargeld nutzen als früher. Die Hälfte (52 Prozent) geht davon aus, künftig seltener Bargeld zu verwenden und 46 Prozent sagen sogar, dass sie eigentlich nur noch Bargeld verwenden, weil sie Sorge haben, dass elektronisches Bezahlen nicht möglich ist.

Zwei Drittel (66 Prozent) geben an, dass es sie stört, wenn sie nicht elektronisch bezahlen können. 62 Prozent wollen, dass alle Geschäfte gesetzlich verpflichtet werden, mindestens eine elektronische Bezahlmöglichkeit anzubieten.

Bargeld wird unbeliebter

„Fast die Hälfte nutzt Bargeld nur noch aus Angst vor der Cash-only-Schranke. Ein klares Zeichen, die Wahlfreiheit beim Bezahlen umzusetzen und an jeder Verkaufsstelle eine europaweit nutzbare digitale Bezahlmöglichkeit anzubieten“, ist Kevin Hackl, Bereichsleiter Digital Banking & Financial Services bei Bitkom, überzeugt.

Kontaktloses Bezahlen habe sich als Standard etabliert. „Es ist bequem, schnell und sicher – heute sollte kein Geschäft, Lokal oder sonstige Verkaufsstelle auf eine solche digitale Bezahlmöglichkeit verzichten“, findet Hackl.

Auch das Girocard-System (früher „EC-Karte“), hinter dem ein Zusammenschluss der deutschen Banken und Sparkassen steht, wirbt für das kontaktlose Bezahlen als einen Weg für mehr Effizienz an der Ladenkasse. Demzufolge sind inzwischen rund drei Viertel der Girocard-Zahlungen berührungslos.

Schnellste Bezahlmöglichkeit

Durchschnittlich dauere eine kontaktlose Kartenzahlung ohne PIN-Eingabe rund zwölf Sekunden und sei damit die schnellste Bezahlmöglichkeit mit der klassischen Karte, wie eine Studie von infas quo im Auftrag der Girocard ermittelte. Nur Mobile Payment, also das Bezahlen etwa mit einer im Smartphone oder in der Smartwatch hinterlegten digitalen Karte, spare an der Kasse mit elf Sekunden noch mehr Zeit – besonders im Vergleich zum Stecken der Karte und zur Barzahlung (jeweils 19 Sekunden).

„Eine Zeitersparnis von nur wenigen Sekunden macht für den Handel in Summe einen großen Unterschied“, heißt es in der Studie. „Denn je schneller und bequemer das Bezahlen, desto kürzer die Wartezeit an der Kasse, desto zufriedener die Kunden und desto komfortabler für die internen Abläufe.“
Nachgefragt bei Merte

In der Metzgerei Merte im sauerländischen Schmallenberg können Kunden klassisch per EC-Karte (Girocard) und auch kontaktlos zahlen. Probleme gibt es damit nicht, berichtet Inhaber Bernd Willmes, der die neueste Gerätegeneration wie etwa Lesegeräte ohne Kabel nutzt. Der Kunde könne einfach und schnell bezahlen. „Auf dem Land ist es bisweilen schwierig mit dem Internet, aber da arbeitet die Stadt dran, das ist auf einem gutem Weg“, so der Metzgermeister. Neben dem Stammhaus und neun Fachgeschäften beliefert Willmes unter anderem auch den Lebensmitteleinzelhandel. „In den Supermärkten und Markthallen rechnen wir die Talons mit den Betreibern ab, das ist eigentlich am einfachsten“, sagt Willmes. Allerdings müsse man in diesen Zeiten abends noch sorgfältiger nachhalten, ob die Tüten, die ausgegeben wurden, auch tatsächlich bezahlt wurden, denn: „Die Leute sind verunsichert, da verschwindet auch schon mal die eine oder andere Tüte.“

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 45/2022

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