Weihnachtsgeschäft: Verwöhnpaket für krisenge...
Jörg Schiffeler
Weihnachtsgeschäft

Verwöhnpaket für krisengestresste Kunden

Dienstag, 24. November 2020

FRANKFURT Am kommenden Wochenende beginnt die Adventszeit. Es wird in diesem Jahr wohl kaum der Start in eine besinnliche Phase zur Vorbereitung auf das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel werden.

Die Ausbreitung des Coronavirus ist noch nicht zurückgedrängt, und so schielen wir alle auf das politische Berlin in Erwartung neuer Maßregeln für den Dezember, das Weihnachtsfest sowie Silvester.


Grübeln Sie nicht zu viel und packen Sie das Weihnachtsgeschäft an. Die Verbraucher setzen auf Sie als verlässlichen Versorger mit hochwertigen Lebensmitteln. Bei den Befragungen zum afz-Barometer gaben einige Teilnehmer an, dass sich erste Kunden bereits nach dem Prozedere für Bestellungen zu den Feiertagen erkundigen. Es wird also höchste Zeit, sich genau darum Gedanken zu machen. Warum? Weil diesmal alles anders sein wird im Vergleich zu den Vorjahren.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) und insbesondere der Lockdown von Hotellerie und Restaurants führen zu Verwerfungen an den Rohstoffmärkten und zu einem veränderten Einkaufsverhalten sowie einem neuen Konsummuster. Immerhin fallen die Weihnachtsfeiertage in diesem Jahr nicht auf den Beginn eines Wochenendes oder auf einen Montag. Andererseits ist die Woche durch Heiligabend am Donnerstag allerdings wesentlich kürzer. So müssen sowohl die Meisterbetriebe als auch die Kunden deutlich besser planen, damit das Weihnachtsgeschäft problemlos läuft. Schließlich sind die Warteschlangen an den Fleischer-Fachgeschäften schon in den vergangenen neun Monaten länger geworden – und das nicht nur wegen der Abstands- und Hygieneregeln. Dazu hat die Corona-Pandemie die Konsummuster der Deutschen erheblich verändert: Es wird spürbar mehr Fleisch und Wurst eingekauft. Davon profitierten die Metzgereien, weil vielen Konsumenten in der Virus-Krise wieder die Wertigkeit der Erzeugung vor Ort ins Bewusstsein rückte. Zu den bevorstehenden Festtagen kommt noch hinzu, dass man es sich daheim „schön macht“ und sich viele Familien etwas gönnen möchten. Diese Bedürfnisse sind vermutlich stärker ausgeprägt als in früheren Jahren. Es ist damit zu rechnen, dass an Weihnachten weder Kurzurlaub noch Restaurantbesuch möglich sein wird. Da werden viele Menschen versuchen, Corona für ein paar Stunden auszublenden und an einem fein gedeckten Tisch sitzen wollen – bei Weihnachtsgans, Fondue, Karpfen oder Festbraten.
Auf Sie als Meisterinnen und Meister, ausgewiesene Kenner und Genussliebhaber, kommt es nun an. Schaffen Sie Anreize, um die Kunden mit all dem zu bedienen, was diese benötigen: Ideen für Küche und Tisch, Rezeptvorschläge – am besten mit Gelinggarantie. Nicht jeder Kunde ist ein Könner in der Küche. Andere wiederum verfügen über knappe Zeitfenster, um das Festmahl am Herd zu bereiten. Da können Sie sicher behilflich sein: mit qualitativ hochwertigen Produkten, die einfach und bequem zuzubereiten sind oder mit Menüs „to go“, die entweder abgeholt oder ausgeliefert werden.

Keine Scheu vor Convenience-Produkten! Sie bedienen einen längerfristigen Trend, den auch die Metzgereien für sich nutzen können. Die Kompetenz ist in den Betrieben ohnehin vorhanden, wie viele Partyservice- und Cateringangebote schon vor Corona unter Beweis gestellt haben. Hier sind vielleicht zur Weihnachtszeit endlich Kapazitäten abrufbar, schließlich brach dieser Teil des Geschäfts nicht nur ein, sondern vielfach ganz weg. Schaffen Sie Nachfrage und unterbreiten Sie Ihren Kunden Menüvorschläge für den Weihnachtsabend sowie die nachfolgenden Feiertage und den Jahreswechsel.

Die Unternehmen des Fleischerhandwerks haben in der andauernden krisengezeichneten Gesamtsituation an Zuspruch gewonnen. Die Betriebe sind nicht nur systemrelevant, sondern verlässliche Partner vor Ort.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 48/2020
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