Digitalisierung: KI nur ab Werkseingang
Sybille Roemer
Digitalisierung

KI nur ab Werkseingang

Mittwoch, 15. September 2021

FRANKFURT Künstliche Intelligenz (KI) kann komplexe Probleme lösen, Prozesse effizienter gestalten und neue Realitäten in Industrie und Handwerk schaffen.

Soweit die Theorie, die Westfleisch in die Praxis umsetzen will. So notwendig und ressourcenschonend die Einführung von KI für die Fleischindustrie auch sein mag: Es zeigt sich bereits beim Thema „Herkunftsklasse“, dass die Beherrschbarkeit immer schwieriger wird und eine rein technologische Betrachtung des Themas nicht weiterhelfen kann.

Die derzeit geführte Entkopplungsdebatte, wie Wachstum ohne zusätzlichen Ressourcenverbrauch, findet damit nur in Teilen der Produktionskette statt. Masse statt Klasse wird auch KI so lange nicht beherrschen können, wie ein in dieser Hinsicht nicht regulierter Markt völlig entfesselt bleibt. Der Bauer beispielsweise muss nun einer KI-gesteuerten Produktionsplanung folgen und wird so zum „Just-in-time“-Zulieferer degradiert. Auch werden die Bereiche Tierwohl, regionale Erzeugung und Schlachtung sowie klimaneutrale Tierhaltung am KI-gesteuerten Fabrikeingang abgegeben und der Gesellschaft einseitig aufgebürdet.
KI kann auch nach hinten losgehen, wenn nach der Wahl der Gesetzgeber neue Richtlinien vorgibt, ja vielleicht vorgeben muss.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 37/2021
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