Ladenbau: Investition in die Optik zahlt sich...
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Investition in die Optik zahlt sich schnell aus

FRANKFURT Discounter sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Noch vor 20, 30 Jahren haftete den großen Billiganbietern Aldi und Lidl ebenso wie ihren umsatzschwächeren Verfolgern Penny, Norma und Netto fast schon ein wenig ein Schmuddelimage an. Ganz klar: Das kärgliche Warensortiment, reichlich Schnelldreher, Handels- statt Herstellermarken sowie spartanisch ausgestattete Läden standen nicht unbedingt für einen spaßbetonten Einkauf. Mehl, Zucker, Nudeln, Konserven oder Toilettenpapier stapelten die Mitarbeiter pragmatisch, aber lieblos an ihren Regalplätzen oder beließen vieles unausgeräumt in den großen Herstellerverpackungen. Frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch oder Fisch waren nur in limitierten Mengen verfügbar. Beim Bezahlen bildeten sich endlose Schlangen – und das, obwohl die Kassiererinnen die Preise auswendig wussten, in rasendem Tempo eintippten und ausschließlich Bargeld akzeptierten.


Das über lange Zeit profitable Konzept der Harddiscounter zielte ab auf minimale Lager-, Sortimentspflege- und Personalkosten – zugunsten von dauerhaften Niedrigpreisen. Heute allerdings funktioniert es nicht mehr. Denn die Verbraucher jagen nicht mehr ausschließlich den billigsten Schnäppchen hinterher. Die steigenden Haushaltseinkommen ließen ihre Ansprüche mitwachsen: Die Kunden suchen gezielt die aus der Werbung bekannten Markenprodukte; ihre Kauflust entfachen keine funktionalen Europaletten, sondern die Supermärkte als Mitbewerber der Billigläden. Rewe, Edeka und wie sie alle heißen, witterten Morgenluft, rüsteten ihre Standorte um und bieten heute ein freundliches, helles Ladenambiente, attraktiven Service, lange Öffnungszeiten und eine immense Auswahl an frischen Produkten. Sogar die bis dato geschmähte, kosten- und personalintensive Bedientheke erlebte eine echte Renaissance.

Im Jahr 2017 zogen die Discounter nach und begannen damit, ihre Filialen herauszuputzen. Allein Aldi nahm für seine Handelsketten Nord und Süd einen hohen einstelligen Milliardenbetrag in die Hand, ließ die Märkte heller und freundlicher gestalten und erweiterte die maximal 1.500 Artikel umfassenden Sortimente um Markenprodukte. Auch Konkurrent Lidl ließ sich mit rund sieben Mrd. Euro Investitionskosten nicht lumpen. Trotz des enormen Modernisierungsaufwands lassen die Discounter derzeit ordentlich Federn und laufen den Vollsortimentern hinterher. Denen schrieb die GfK für den Januar 2021 ein zweistelliges Umsatzplus zu.
„Ein Ladenumbau muss nicht unbedingt in eine Großbaustelle ausarten.“
Monika Mathes, afz-Redakteurin
Viele fleischerhandwerkliche Betriebe im Land investieren ebenfalls klug, sichern ihre Marktanteile und stellen sich zukunftsfähig auf. Die afz - allgemeine fleischer zeitung und auch fleischwirtschaft.de liefern immer wieder beeindruckende Beispiele für die Investitionsfreudigkeit des Fleischerhandwerks vor allem in seine Läden. Corona scheint kein Hemmschuh zu sein, denn trotz Krise berichten viele Unternehmer von kräftigen Umsatzzuwächsen im Verkauf.

Dass die Nachfrage ihrer Kunden nach Komplettumbauten, Refreshings oder Facelifts während der Pandemie gestiegen ist, bestätigte ein Großteil der namhaften Ladenbauunternehmen unserer Fachzeitung in einer aktuellen Umfrage. Sie versichern auch: Das Ganze muss ja nicht gleich in eine Großbaustelle ausarten. Die Experten empfehlen aber, den Look der Geschäftsräume spätestens nach zehn Jahren aufzufrischen und die Ladentechnik auf den neuesten Stand zu bringen. Dadurch signalisieren die fleischerhandwerklichen Betriebe ihren Kunden: „Wir sind da, bei uns tut sich was.“

Eine neue Ladeneinrichtung weckt in erster Linie das Kundeninteresse und wirkt erwiesenermaßen umsatzfördernd. Durch Umbauten werden im Idealfall aber auch Energiekosten reduziert, was sich kurzfristig im Geldbeutel bemerkbar macht. Kürzere Laufwege, ergonomischere Arbeitsabläufe und ein zeitgemäßes Ambiente sind echte Wohlfühlfaktoren: Von ihnen profitieren Chef und Mitarbeiter gleichermaßen.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 15/2021
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