EU-Schlachtschweinemärkte: Schnee behindert T...
EU-Schlachtschweinemärkte

Schnee behindert Transporte

IMAGO / Westend61
Viele Landwirte halfen dabei den Schnee von den Straßen zu räumen. Dennoch waren auch die Schlachtviehtransporte vom Wintereinbruch betroffen.
Viele Landwirte halfen dabei den Schnee von den Straßen zu räumen. Dennoch waren auch die Schlachtviehtransporte vom Wintereinbruch betroffen.

BONN Der Schweineüberhang in Deutschland baut sich weiter ab. In einigen Regionen sorgen Schnee und Kälte für Probleme.

Der Wintereinbruch in Deutschland hat zuletzt die Schlachtschweinevermarktung regional behindert. Dennoch berichten Marktbeobachter, dass sich der Schweinestau weiter abgebaut habe, und es werde „wieder etwas Licht am Ende des Tunnels gesehen“. Für einen Anstieg der Schlachtschweinepreise reichte es aber noch nicht. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ließ die dafür entscheidende Notierung am vergangenen Mittwoch mit 1,19 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG) für die Marktwoche 6/7 vorerst noch unverändert. Allerdings gab es bereits Erzeugergemeinschaften, die für einen Notierungsanstieg votierten, was die Anhebung des oberen Spannenendes auf 1,21 Euro je Kilo anzeigt. Auch hat sich die Zahl der zur Vermarktung anstehenden Schlachtschweine bei den VEZG-Mitgliedern verringert. Sie lag zuletzt mit 249.200 Tieren nur noch acht Prozent über dem Durchschnittsniveau; vor einigen Wochen belief sich dieser Wert noch auf mehr als 30 Prozent.

Knappes Angebot in Österreich

In Österreich ist man schon weiter: Der Verband der landwirtschaftlichen Veredlungsproduzenten (VLV) berichtete von einem nur noch bei 95 Prozent liegenden Angebot, weshalb einige Mäster bereits gebeten worden seien, die Tiere früher abzuliefern. Diese Entwicklung sei der Angebotsverknappung am Lebendmarkt geschuldet und weniger einem boomenden Fleischmarkt. Der nationale Leitpreis in Österreich wurde vom VLV um drei Cent auf 1,35 Euro je Kilo SG angehoben. Auch in Belgien wurden die Ankaufspreise für Schlachtschweine erhöht, bei Westvlees etwa um drei Cent auf 0,83 Euro je Kilo Lebendgewicht (LG). Weiter auf einen Erzeugerpreisanstieg warten mussten dagegen die französischen Mäster; die Notierung am Marché du Porc Breton blieb am vergangenen Donnerstag mit 1,201 Euro je Kilo SG stabil. Auch Danish Crown zahlte seinen Schweinelieferanten nicht mehr als zuvor. Das Unternehmen berichtete von einem recht stabilen Schweinefleischverkauf am EU-Binnenmarkt mit einem ordentlichen Absatz für Nacken und Schinken sowie guten Verkäufen nach China.

Preisplus im Süden

Im Süden Europas ging es vergangene Woche mit den Schlachtschweinepreisen weiter aufwärts. In Italien legte die Notierung im Mittel um 3,5 Cent je Kilo LG zu. Das war seit Jahresbeginn der achte Anstieg in Folge, die sich zusammen auf 17,4 Cent je Kilo LG addieren. In Spanien war die Nachfrage für das eher zu knappe Angebot an schlachtreifen Tiere ungebrochen. Die Notierung am Mercolleida stieg um 2,4 Cent auf 1,141 Euro je Kilo LG. Weiterhin stützten die Exporte nach China den Markt; die Fleischverkäufe in andere EU-Staaten wurden wegen des großen Angebots als weniger lukrativ beschrieben.
In der gesamten EU hatten sich die Schlachtschweinepreise schon in der Woche zum 7. Februar leicht festigen können. Nach Kommissionangaben wurden im Mittel der 27 Mitgliedstaaten für Tiere der Handelsklasse E 128,43 Euro pro 100 Kilogramm SG gezahlt; das waren 0,54 Euro oder 0,4 Prozent mehr als eine Woche zuvor. Dazu trugen die um 2,9 Prozent beziehungsweise 2,4 Prozent gestiegenen Preise in Polen und Rumänien bei. Zudem wurde den Mästern in Belgien ein Aufschlag von 1,8 Prozent gezahlt; in Luxemburg waren es 1,5 Prozent. Keine wesentlichen Änderungen gab es dagegen bei der Auszahlungsleistung der Schlachtereien in den Niederlanden, Österreich, Dänemark und Frankreich. Für Deutschland wies die Kommission ein kleines Minus von 0,5 Prozent aus. Kräftigere Abzüge gab es für die Erzeuger in Litauen mit 2,6 Prozent und in Lettland mit vier Prozent.
Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
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