EU-Schlachtschweinemärkte: Stabile Kurse trot...
EU-Schlachtschweinemärkte

Stabile Kurse trotz großem Angebot

Uli Köster, uk
Nicht nur in Deutschland notieren Schlachtschweine stabil. Auch an den EU-Märkten verharren die Kurse überwiegend.
Nicht nur in Deutschland notieren Schlachtschweine stabil. Auch an den EU-Märkten verharren die Kurse überwiegend.

BONN Überhänge sind noch nicht abgebaut. Die VEZG hält Notierung mit 1,19 Euro jedoch stabil. Auch in anderen Mitgliedstaaten zahlen Schlachtbetriebe meist unveränderte Preise. Spaniens Exporteure schließen neue Lieferkontrakte mit China ab.

In der Europäischen Union und insbesondere in Deutschland ist der Rückstau von Schlachtschweinen nach den Feiertagswochen immer noch vorhanden. Mittlerweile wird aber wieder voll geschlachtet - in Frankreich zuletzt sogar auf Rekordniveau - und die Überhänge bauen sich mal mehr, mal weniger schnell ab.

Hierzulande sind die Schlachtkapazitäten jedoch coronabedingt weiter begrenzt, und in einzelnen Betrieben, beispielsweise bei Vion in Crailsheim, sorgen Mitarbeiterinfektionen und Quarantänemaßnahmen für eine nur begrenzte Produktion. Bei drängendem Angebot blieb die Notierung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) am 13. Januar unverändert auf dem „Krisenniveau“ von 1,19 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG).

In Österreich sind dem Verband landwirtschaftlicher Veredlungsproduzenten (VLV) zufolge die Schlachtbetriebe mit viel Engagement in die erste volle Arbeitswoche des neuen Jahres gestartet. Deshalb sollte es gelingen, die entstandenen Überhänge noch im Januar wieder auf Null zu bringen. Das Interesse bei Industrie und Handel am Fleischgeschäft sei - auch aufgrund des niedrigen Preisniveaus - vorhanden. Der VLV-Leitpreis blieb mit 1,32 Euro je Kilo SG unverändert.

Gleiches galt für die Schlachtschweinepreise in Belgien. In Frankreich sorgten Angebotsaktionen für Schweinefleisch im Einzelhandel weiter für eine Entlastung am Lebendmarkt. In der ersten Januarwoche wurden dem Marché du Porc Breton (MPB) zufolge 414.000 Schweine geschlachtet; das waren so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Vergangene Woche wurde die Marke von 400.000 Tieren erneut überschritten und die Schlachtgewichte gingen spürbar nach unten. Die französische Notierung blieb jedoch aufgrund des letztlich immer noch großen Schweineangebots mit 1,201 Euro je Kilo SG stabil. 

Winterchaos in Spanien

Der Fleischkonzern Danish Crown (DC) berichtete, dass gegenwärtig am EU-Fleischmarkt größere Nachfrageimpulse fehlten. Die verbreiteten Corona-Restriktionen ließen den Absatz im Foodservice-Geschäft „unglaublich schleppend verlaufen“. Die Verkäufe nach China liefen hingegen gut. Auch DC ließ seinen Ankaufspreis für Schlachtschweine unverändert.

In Spanien sorgten vergangene Woche ungewöhnlich heftige Schneefälle und ein Kälteeinbruch in einigen Landesteilen für Komplikationen bei der Schweinevermarktung und der Fleischbelieferung von Supermärkten. In anderen Regionen, darunter der Schweinehochburg Katalonien, liefen die Schlachtungen dagegen auf hohem Niveau, da Ware für den immer noch flotten China-Export benötigt wurde.

Nach Angaben des Mercolleida konnten die spanischen Anbieter neue Lieferkontrakte mit verbesserten Preiskonditionen abschließen; die nationale Leitnotierung blieb mit 1,096 Euro je Kilo Lebendgewicht (LG) jedoch vorerst unverändert. Die Tendenz deute jedoch auf anziehende Preise hin, merkte der Mercolleida an. Über höhere Schlachtschweinepreise können sich bereits die italienischen Mäster freuen, zumindest ging es vergangene Woche mit der Notierung um 1,2 Cent je Kilo LG nach oben.

EU-Durchschnittspreis behauptet sich

In der gesamten EU war der Jahresbeginn in der Woche zum 10. Januar von überwiegend stabilen Notierungen für Schlachtschweine geprägt. Nach Angaben der Brüsseler Kommission wurden von den Schlachthöfen in den 27 Mitgliedstaaten für Tiere der Handelsklasse E im Mittel 127,63 Euro pro 100 Kilo SG bezahlt; das waren 0,35 Euro oder 0,3 Prozent weniger als eine Woche zuvor. Nach dem jahreszeittypischen Hoch vor Weihnachten mussten die rumänischen Mäster in der Berichtswoche mit 4,6 Prozent den stärksten Abschlag hinnehmen; in der Slowakei kürzten die Schlachtbetriebe ihre Auszahlungsleistung um 3,3 Prozent. Jeweils rund ein Prozent weniger erlösten Schlachtschweine in Irland, Ungarn, Österreich, Luxemburg und Kroatien.

Dagegen blieben die Preise für Schlachtschweine in Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Spanien und Frankreich weitgehend unverändert. Es gab aber auch Länder, für die ein moderates Anziehen der Preise gemeldet wurde. Dazu gehörte neben Lettland mit einem Plus von 0,8 Prozent auch Belgien mit einem Zuschlag von 1,2 Prozent. Hintergrund dafür dürfte gewesen sein, dass einige Schweineeinkäufer ihre Hauspreispolitik aufgegeben haben, denn die offiziellen Notierungen in Belgien haben sich nicht geändert. Den stärksten Anstieg der Schlachtschweinepreise verzeichnete laut Kommission in der Berichtswoche Italien mit 1,3 Prozent.

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
stats