Frische Forum Fleisch: Schauplatz Schlachthof
Frische Forum Fleisch

Schauplatz Schlachthof

Thomas Fedra, Thomas Fedra
Nach dem Deutschen Fleisch Kongress geht nun auch der traditionelle Jahresauftakt der Fleischbranche, das Frische Forum Fleisch, digital an den Start.
Nach dem Deutschen Fleisch Kongress geht nun auch der traditionelle Jahresauftakt der Fleischbranche, das Frische Forum Fleisch, digital an den Start.

FRANKFURT Der traditionelle Jahresauftakt der Fleischbranche, das Frische Forum Fleisch, wird erstmals als Digital Talk stattfinden.

Thema der 36. Auflage des Frische Forums Fleisch von „afz – allgemeine fleischer zeitung“ und „Fleischwirtschaft“ im Umfeld der Internationalen Grünen Woche 2021 (IGW) ist der „Schauplatz Schlachthof“. Zur Diskussion stehen die Struktur, der Wandel und die Perspektive der Fleischindustrie in Deutschland.


Die Corona-Ausbrüche in den Schlachtbetrieben geben den Gegnern der modernen Fleischgewinnung Auftrieb. „Immer mehr, immer billiger“ steht auf dem Prüfstand, und der Ruf nach regionaler Schlachtung und Vermarktung wird immer lauter. Forderungen nach einem Systemwechsel der Fleischindustrie stehen im politischen und gesellschaftlichen Raum.

Eine Schlachthofwende soll es richten. Thüringen prüft beispielsweise den Aufbau regionaler Strukturen und hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Auch Bayerns Landwirtschaftsministerium forderte erst vor kurzem einen Umbau der Schlachthofstrukturen. Dezentrale Lösungen seien das Gebot der Stunde. Der Freistaat sieht sich hier gut aufgestellt. Die Zahl der zugelassenen Schlachtbetriebe liegt seit 2010 annähernd konstant bei 1.800, das entspricht rund einem Drittel aller deutschen Schlachtunternehmen. Die weit überwiegende Zahl davon sind kleine, handwerkliche Schlachter.

Auf den zweiten Blick wird jedoch klar: Auch in Bayern dominieren wenige Großschlachthöfe den Markt; wie im Bundesgebiet ist dies auch eine Folge der schärferen EU-Auflagen zu Beginn der 1990er-Jahre. Bei Schweinen und Rindern schlachten heute im Freistaat jeweils nur fünf große Schlachthöfe mehr als 70 Prozent der Tiere. Bundesweit werden etwa 80 Prozent der deutschen Schweine und Rinder bei den jeweils zehn größten Unternehmen geschlachtet.

Zu diesem Trend beigetragen hat nicht zuletzt die wachsende Bedeutung der Discounter in der Vermarktung von SB-Frischfleisch. Der große Durchbruch erfolgte in den Jahren 2003/2004. Heute werden über diesen Vertriebsweg etwa 40 Prozent des privaten Fleischkonsums gedeckt. Nur die vier bis fünf größten Fleischunternehmen können diese Mengen verlässlich liefern.

Trotzdem können auch Nischenmärkte erfolgreich bedient werden – gerade von kleineren Schlachthöfen mit entsprechend ausgestalteten Wertschöpfungsketten. Im Süden Deutschlands dürfte der Anteil des Absatzes über das Fleischerhandwerk über dem Bundesdurchschnitt liegen.

Dezentralisierung scheint für Politik und Gesellschaft das Gebot der Stunde. Lässt sich aber die Entwicklung der letzten Jahre einfach zurückdrehen? Wie kann/sollte die künftige Schlachthofstruktur in Deutschland aussehen? Welchen Wandel müssen die Unternehmen vollziehen und welche Perspektiven eröffnen sich für diesen Zweig der Ernährungswirtschaft? Diese Fragen diskutieren Thomas Dosch, Dr. Bernhard J. Simon und Dr. Albert Hortmann-Scholten mit Renate Kühlcke, Chefredakteurin der „Fleischwirtschaft“. Die sonst von „afz – allgemeine fleischer zeitung“ und „Fleischwirtschaft“ in Berlin durchgeführte Veranstaltung findet diesmal ausschließlich digital statt.
„Fleischwirtschaft“-Chefredakteurin Renate Kühlcke diskutiert mit (von links) Thomas Dosch, Dr.Bernhard J. Simon und Dr. Albert Hortmann-Scholten.
Dosch, Simon, Lwk
„Fleischwirtschaft“-Chefredakteurin Renate Kühlcke diskutiert mit (von links) Thomas Dosch, Dr.Bernhard J. Simon und Dr. Albert Hortmann-Scholten.

Die Gesprächspartner

  • Thomas Dosch, Tönnies Central Services
  • Dr. Bernhard J. Simon, Geschäftsführender Gesellschafter Simon-Fleisch
  • Dr. Albert Hortmann-Scholten, Landwirtschaftskammer Niedersachsen



Info und Anmeldung: hier geht es weiter.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 2/2021
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