Grillmeisterschaft: Infiziert vom Bazillus Gr...
Grillmeisterschaft

Infiziert vom Bazillus Grillus

Monika Mathes, mm
Bejubelten ihren Sieg in der mit 18 Mannschaften hervorragend besetzten Kategorie der Amateure: Die „Grillflämmkes“ aus Korschenbroich.
Bejubelten ihren Sieg in der mit 18 Mannschaften hervorragend besetzten Kategorie der Amateure: Die „Grillflämmkes“ aus Korschenbroich.

FULDA Glücklicherweise verursacht der Bazillus Grillus keine schwerwiegende Erkrankung, aber er ist hochgradig ansteckend: Deshalb kamen am ersten August-Wochenende rund 15.000 Schaulustige aufs Fuldaer Messegelände, um Grill-Profis und -Amateuren bei der Deutschen Grill- und BBQ-Meisterschaft 2016 über die Schulter zu schauen.

37 Teams, darunter 19 aus der Profi-Kategorie, wetteiferten bei besten Wetter- und Wettbewerbsbedingungen um Krone und Preisgelder. Außerdem hatten weiter über 40 namhafte Aussteller mit dem passenden Equipment ihre Stände auf dem 30.000 qm großen Gelände aufgebaut.

„Dieses Mal haben wir die Zelte der Wettkämpfer und des Grill- und Barbecue-Fachmarkts bunt gemischt, um das Event für die Besucher noch attraktiver zu machen“, erläuterte Volker Elm, Präsident der veranstaltenden German Barbecue Association (GBA e.V.).

Führen die GBA (von links) Präsident Volker Elm und Geschäftsführer Ebbo Christ.
Der unverkennbar im schwarz-rot-goldenen Sakko gekleidete Experte, der in Fulda eine Grill- und Kochschule sowie einen kleinen Delikatessenladen betreibt, beschrieb die Pflichtgänge: „Beim Fischgang arbeiten die Teilnehmer mit Stör aus einer mit Rhönwasser ausgestatteten Aquakultur. Hiermit stellen wir als Ausrichter die für uns wichtige Nachhaltigkeit und den regionalen Bezug sicher.“ Spare Ribs, gesponsert von Eichenhof, hatten inklusive Beilagen erneut einen festen Platz in der Liste der Wertungsgänge. 

Bei den Profis flossen zwei weitere Gänge in die Wertung der rund 120 Juroren ein: Das vegetarische BBQ und der sogenannte Improvisationsgang. Aus einem für alle Teams verbindlichen Warenkorb unbekannten Inhalts mussten die Meistergriller etwas Feines zaubern. Fleischbestandteil war in diesem Jahr die Entenbrust.
Tri Tip, das beste Stück aus der Rinderhüfte, besser bekannt als Bürgermeister-, Pfaffen- oder Pastorenstück – stellte die Mannschaften vor die größte Herausforderung. Peter Zeidler, der in der Profi-Wertung den dritten Rang belegte, arbeitete mit legalen Tricks: Er schnitt das Rindfleisch im Schmetterlingsschnitt zu, plattierte es und rollte Gemüsepfifferlinge ein. „Es ist ein Problem, dieses eigentlich zum Braten prädestinierte Teilstück auf dem Grill zart zu bekommen. Man darf es keinesfalls nur medium braten“, erklärte er. Mit dieser Verarbeitungstechnik überzeugte er die Jury und belegte bei diesem Gang den ersten Platz. Süß gekrönt wurde die Meisterschaft schließlich mit dem Dessert – natürlich ebenfalls vom Grill.

Grill- und BBQ-Meisterschaft: Infiziert vom Bazillus Grillus

Bereits vor dem Wettbewerb war ein Aufschrei durch die Presse gegangen und Volker Elm vom Blatt mit den vier großen Buchstaben sogar als „Bratwurst-Killer“ tituliert worden. Und das alles nur, weil die Bratwurst dieses Mal als Wertungsgang nicht auf den Rost kam. „Zunächst mal ist die Bratwurst bei den Besuchern nicht das große Thema. Und außerdem erwarte ich von jedem hier startenden Griller, dass er in der Lage ist, eine zuzubereiten“, begründete der Präsident die Verbannung. „Wenn wir von der GBA diese Veranstaltung als Gourmetgrillen bezeichnen, sollten wir zeigen, was man sonst noch alles zubereiten kann und Abwechslung bieten.“

Außerdem habe man der Bratwurst nicht den endgültigen Garaus gemacht. Elm kündigte an: „Es wird sie wieder geben. Wir haben sie schließlich kultiviert, und sie war das Vehikel, um die Basis anzusprechen.“ Für die Fleischer-Fachgeschäfte als Anbieter von Grillgut fand Elm viele lobende Worte: „Die Metzger sind wach geworden und haben es geschafft, aus ihrer Nische herauszukommen. Sie bieten den Kunden eine tolle Auswahl und verzichten zum Glück immer öfter auf fertig Mariniertes.“
Bunte Mischung: Die Stände der Wettbewerbsteilnehmer und der Aussteller waren dieses Jahr nicht in getrennten Arealen aufgebaut.
Monika Mathes, mm
Bunte Mischung: Die Stände der Wettbewerbsteilnehmer und der Aussteller waren dieses Jahr nicht in getrennten Arealen aufgebaut.
Für sein Jubiläumsjahr – der ausrichtende Verband feierte 20. Geburtstag – hatten die Verantwortlichen bereits am Samstag alle Akteure zum „Dutch Oven“-Wettschmoren eingeladen.

Der „Dutch Oven“ – ein gusseiserner Topf – wird seit dem 18. Jahrhundert bevorzugt in den USA und Australien zum Kochen, Braten und Backen über offenem Feuer verwendet. Alle Teilnehmer erhielten Schweinebäckchen als Hauptbestandteil für ein individuelles Gericht, das im Anschluss durch die Zuschauer verkostet und bewertet wurde.

Den größten Zuspruch erhielt das Team Rhöner Heimat Griller, das damit zum „Dutch-Oven-Meister 2016“ gekürt wurde.

Die Sieger der Meisterschaft 2016

Kategorie Profis

1. Grillteam GutGlut e.V. (Rösrath)

2. Grill-Doch-Mal (Berg/Neumarkt)

3. PeterZeidler.de (Zell)

Kategorie Amateure

1. Grillflämmkes (Korschenbroich)

2. BBQ Friends GSC Odenwald e.V.

3. GreenHeartBBQ (Ilmenau)

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