Corona-Pandemie: Schutz vor Infektionsrisiko ...
Corona-Pandemie

Schutz vor Infektionsrisiko an der Kasse

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Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkauf gilt auch beim Kassiervorgang eine besondere Sorgfaltspflicht, um sich vor Inefktionen zu schützen.
Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkauf gilt auch beim Kassiervorgang eine besondere Sorgfaltspflicht, um sich vor Inefktionen zu schützen.

FRANKFURT Maske, Abstand, Händewaschen: Besondere Sorgfalt für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkauf.

Der Begriff der Stunde lautet Gefährdungsbeurteilung: Das Risiko einer Corona-Infektion kommt während der Pandemie zu den Gefährdungen hinzu, denen Beschäftigte im Lebensmittelhandwerk und -industrie im Zuge ihrer beruflichen Tätigkeit ohnehin ausgesetzt sind.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat sich dementsprechend seit Pandemiebeginn in verschiedenen Analysen mit dem Arbeitsschutz in der Corona-Krise beschäftigt und unter anderem untersucht, welche Arbeitsschutzmaßnahmen konkret umgesetzt und eingehalten werden.

Das „allgemeine“ Ergebnis auf der Grundlage von Daten des „sozio-oekonomischen Panels“ (SOEP) mit mehr als 3.000 Antworten: Die Pflicht, eine Maske zu tragen und Abstand zu halten ist in deutschen Betrieben ebenso normal geworden wie Nies- und Hustenetikette und regelmäßiges Händewaschen. Organisatorische Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten oder die Umgestaltung von Aufgaben und Teams werden hingegen offenbar weniger genutzt.

Konkret hat die Bundesanstalt auch „Eine Risikoschätzung zur Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bei Beschäftigten im Einzelhandel für Lebensmittel und Drogeriewaren“ erstellt. Denn die Branche mit rund 780.000 Beschäftigten in Deutschland ist wie das Fleischerhandwerk „systemrelevant“ und war während der Pandemie seit Frühjahr 2020 weitgehend von Schließungen als Infektionsschutzmaßnahme gegenüber dem Coronavirus SARS-CoV-2 ausgenommen.

Riskanter Kundenkontakt

„So arbeiteten Beschäftigte hier mehrheitlich weiter, obwohl häufiger Kundenkontakt Infektionsrisiken bergen konnte – vor allem beim Bezahlvorgang an der Kasse“, heißt es in der Einschätzung. Das SARS-CoV-2-Infektionsrisiko der Beschäftigten hängt dabei, wenig überraschend, vor allem vom Anteil aktuell infizierter Personen unter den Kunden ab.

Da die durchschnittlichen Kundenkontakte an der Kasse etwa zwei Minuten dauern, führen sie demzufolge auch bei „Prävalenzen“, also dem Anteil der erkrankten Personen an der Gesamtpopulation zu einem bestimmten Zeitpunkt, die in SARS-CoV-2-Ausbrüchen gemessen wurden, nicht unweigerlich zu den Hochrisikokontakten von mindestens 15 Minuten Dauer.

Hohe Infektionsrisiken können der BAuA-Risikoschätzung zufolge jedoch auch unabhängig von der Prävalenz entstehen – unter anderem durch enge räumliche Nähe zu infizierten Personen. „Schutzmaßnahmen, unter anderem Mund-Nase-Bedeckungen sowie organisatorische und technische Abstandsregelungen, können das Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion auch im Einzelhandel für Lebensmittel und Drogeriewaren wirkungsvoll senken“, so das Fazit der Bundesanstalt. „Die aufmerksame Berücksichtigung der Risikofaktoren Prävalenz und akute, ungewöhnlich hohe Exposition sowie der Schutzmaßnahmen gegen SARS-CoV-2-Infektionen sind ein bedeutender Bestandteil des Infektionsschutzes.“

Das Infektionsrisiko ist demzufolge also vor allem von der aktuellen Infektionshäufigkeit vor Ort abhängig – neben der Anzahl und Dauer der Kundenkontakte. Aber mit technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen können Händler wie Metzger als Arbeitgeber das geschätzte Risiko weiter verringern.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 45/2021

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