EU-Schlachtschweinemärkte: Exportbremse hält ...
IMAGO / Chris Emil Janßen
Der schwächelnde Export nach Asien hält die Notierung auf niedrigem Niveau stabil.
Der schwächelnde Export nach Asien hält die Notierung auf niedrigem Niveau stabil.

BONN Die Situation am Schlachtschweinemarkt bleibt weiterhin angespannt.Die schwächelnden Exporte in Richtung Asien sorgen trotz des geringen Angebots an Schweinen nach wie vor für Preisdruck.

In Deutschland konnte sich die Notierung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) allerdings bei 1,42 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG) stabilisieren. Nach Angaben der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) ist das Angebot an Schlachtschweinen so gering wie zuletzt 2007.
 
In mehreren anderen europäischen Erzeugerländern gaben die Notierungen derweil erneut nach. Am spanischen Mercolleida kam es zu einem Abschlag von 4 Cent auf 1,32 Euro/kg Lebendgewicht (LG). Markteilnehmern zufolge bleibt auch in Spanien der Fleischkonsum hinter dem saisonal üblichen Niveau zurück. In Frankreich wurde die Notierung am Marché du Porc Breton ebenfalls erneut nach unten gesetzt, diesmal allerdings nur um 0,5 Cent. Marktteilnehmer berichteten unter anderem beim Fleischkonsum von ersten positiven Entwicklungen.
Auch das dänische Schlachtunternehmen Danish Crown kürzte seine Auszahlungsleistung ein weiteres Mal; mit umgerechnet 2,7 Cent wurde der Abschlag im Vergleich zur Vorwoche allerdings halbiert. Laut dem Verkaufsdirektor für Schweinefleisch, Lars Albertsen, ist der Markt nicht weit von einem Gleichgewicht entfernt. Nach seiner Einschätzung ist die Talsohle durchschritten.

In Belgien und Österreich blieben die Schlachtschweinepreise derweil weiterhin stabil. Erste positive Signale kamen aus Italien. Nachdem die Talfahrt in der vorvergangenen Woche zum Stillstand gekommen war, zeigte sich die Notierung in der vergangenen Woche freundlicher und konnte zwischen 3,2 Cent und 3,8 Cent zulegen. Marktteilnehmer berichteten gleichwohl von einer schwierigen Situation und Konflikten zwischen den Akteuren.

Falsche Preisangabe für die Niederlande

Auch in der Woche zum 18. Juli hatte sich der Rückgang der EU-Marktpreise für Schlachtschweine in vielen Mitgliedstaaten fortgesetzt. Nach Angaben der EU-Kommission erlösten Tiere der Handelsklasse E im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten 150,28 Euro/100 kg SG; das waren 3,9 Prozent weniger als in der Woche davor. Das Niveau des Vorjahres wurde demnach um 18,4 Prozent unterboten. Allerdings fußen diese Zahlen auf einer offensichtlich falschen Preisangabe für die Niederlande. Der von der Kommission veröffentlichten Tabelle zufolge kam es dort in der Berichtswoche zu einem Abschlag von 24,7 Prozent auf nur noch 105,59 Euro/100 kg SG. Tatsächlich aber blieb die Notierung in den Niederlanden zur Vorwoche praktisch unverändert. Die extrem niedrige Angabe der Kommission dürfte auf einen Übertragungs- oder Schreibfehler beruhen.

In Frankreich belief sich das Minus im Wochenvergleich auf 2,5 Prozent, in Deutschland auf 2,0 Prozent und in Polen auf 1,9 Prozent. In Dänemark gab die Notierung um 1,0 Prozent nach; nochmals geringer fiel das Minus mit 0,2 Prozent in Bulgarien aus. In Lettland, Griechenland und Malta blieben die Schweinepreise stabil. In Belgien und Österreich legten die Notierungen leicht zu, und zwar um jeweils 0,1 Prozent. Kräftiger fiel das Plus mit 0,4 Prozent in Ungarn aus, nochmals war der Zuschlag mit 0,8 Prozent in Italien.

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
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