EU-Schlachtschweinemärkte: Keine Wende in Sic...
IMAGO / Chris Emil Janßen
Der China-Export schwächelt, das erzeugt Druck auf den europäischen Binnenmarkt.
Der China-Export schwächelt, das erzeugt Druck auf den europäischen Binnenmarkt.

BONN Am deutschen Schlachtschweinemarkt hat sich auch in der vergangenen Woche die schwierige Situation für die Erzeuger nicht geändert. Das saisonal leicht zunehmende Angebot ließ sich laut Analysten im Nordwesten und Osten des Landes meist nur mühsam vermarkten; im Süden war der Lebendmarkt dagegen ausgeglichener.

Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ließ ihre Notierung für Schlachtschweine auf dem stark unterdurchschnittlichen Niveau von 1,25 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) stabil. Für eine Wende am Markt fehlten Beobachtern zufolge größere Impulse am Fleischmarkt; immerhin sind dort die Verkaufspreise der Teilstücke nicht weiter gesunken. Gehofft wird nun auf die angekündigten Aktionen für Schweinefleisch im Lebensmitteleinzelhandel, die für einen flotteren Warenabsatz sorgen sollen.

Auch in Österreich und Belgien nahm das Lebendangebot zu; die Schlachtschweinepreise blieben dort erwartungsgemäß unverändert. Das war auch in Dänemark beim Marktführer Danish Crown (DC) der Fall. Das Unternehmen berichtete davon, dass die „Panik“ im Fleischhandel langsam schwinde und sich der Markt auf einem „nicht beeindruckenden Niveau“ stabilisiere. Bei den Drittlandsexporten arbeite man auf breiter Front daran, den Umsatz zu steigern, was in kleinen Schritten gelinge. Das Kaufinteresse in China bleibe jedoch gering, erklärte DC.

In Italien kam der seit vier Wochen anhaltende Preisverfall für Schlachtschweine weitgehend zum Stillstand; die nationale Leitnotierung gab nur noch um 0,3 Cent/kg Lebendgewicht (LG) nach. Durch die Wiedereinführung der fünftägigen Schlachtwoche nach den Sommerferien hätten sich Nachfrage und Angebot am Lebendmarkt wieder angeglichen, berichteten dortige Analysten.

Lange Preisbaisse in Spanien?

Die französischen Schweinemäster mussten vergangene Woche einen weiteren Rückgang der Notierung am Marché du Porc Breton verkraften, die im Vorwochenvergleich um 3,9 Cent auf 1,267 Euro/kg SG sank. Nach den zahlreichen Verkaufsaktionen für Schweinefleisch im Handel tendierte der Markt nun schwächer. Den ganzen August bis in den September hinein hatte die französische Notierung ihr Niveau halten können, während es in den Nachbarländern zu deutlichen Abschlägen kam. Die jetzige Schwächephase ist als zeitverzögerte Anpassung an das gesunkene Preisniveau anderer EU-Länder zu sehen.

In Spanien stand der Schlachtschweinemarkt ebenfalls unter Preisdruck. Die Notierung am Mercolleida gab am vergangenen Donnerstag (23.9.) um 2,6 Cent auf 1,147 Euro/kg LG nach. Den dortigen Analysten zufolge nehmen das Schweineangebot und die Schlachtgewichte zu, während die Läger der Schlachtbetriebe voll sind. Das Frischfleisch muss also zeitnah vermarktet werden, was die Preise unter Druck setzt. Sollte sich keine Besserung im Chinaexport einstellen, könnte die Phase nachgebender Preise am Schlachtschweinemarkt noch mindestens bis Ende Oktober anhalten, befürchten dortige Experten. Das Preisniveau würde sich somit dem derzeit noch niedrigeren deutschen Niveau annähern.

Fortgesetzter Negativtrend

Bezogen auf die gesamte Europäische Union hatten die Schlachtschweinepreise in der Woche zum 19. September im Mittel erneut schwächer tendiert. Nach Angaben der EU-Kommission wurden für Tiere der Handelsklasse E im Schnitt 136,97 Euro/100 kg SG gezahlt; das waren 1,24 Euro oder 0,9 Prozent weniger als in der Vorwoche. Möglicherweise war der Rückgang noch höher, denn für Italien wurde in der Berichtswoche ein nicht nachvollziehbares Preisplus von 14,3 Prozent gemeldet, während die nationale Leitnotierung gesunken war. Bereits seit einiger Zeit werden von der Kommission für Italien wöchentlich unrealistische Preissprünge nach oben und unten gemeldet, so dass diese Angaben Branchenexperten zufolge mit größter Vorsicht zu interpretieren sind.
Bei den anderen Mitgliedstaaten wurden in der Berichtswoche Preisabschläge von 3,9 Prozent aus Polen sowie von jeweils rund 2 Prozent aus Belgien, Spanien und Portugal an die Kommission übermittelt. Dagegen wurden schlachtreife Tiere in Deutschland, den Niederlanden und Dänemark unverändert bezahlt. Zu einem nennenswerten Anstieg der Schlachtschweinepreise kam es nur in Rumänien, und zwar von 1,2 Prozent.

Quelle: fleischwirtschaft.de, AgE

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