Imbiss: Edle Burger aus aller Welt
Imbiss

Edle Burger aus aller Welt

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Gesamtkunstwerk: Ein Burger ist auch Ausdruck einer frischen, modernen Küche.
Gesamtkunstwerk: Ein Burger ist auch Ausdruck einer frischen, modernen Küche.

FRANKFURT Argentinien, Australien, Amerika: Die Welt der Burger ist genauso vielfältig wie die Länder, in denen Köche Varianten der Bulette zubereiten.

Das zentrale Element eines Burgers ist das Hacksteak, amerikanisch: Patty. Und um dieses Patty drehen sich die Zutaten in Form von Salaten, Gemüse, Soßen, Gewürzen und weiteren Toppings. Dieses geschmackliche Kunstwerk wird von einem Brot, Brötchen oder Fladen zusammengehalten – und darin besteht der eigentliche Burgergenuss: Ein Biss in dieses optische und geschmackliche Gesamtkunstwerk, bei dem möglichst alle Elemente mit aufgenommen werden.

Buenos Aires: Matador
Im Restaurant „Deltoro“ in Buenos Aires serviert man den „Matador“. Der Burger besteht aus einem normalen Weizenbrötchen. Das Patty ist aus Schwein, und neben einer Scheibe Käse kommen geräucherter Pancetta, Zwiebelscheiben und Salat mit auf den Burger. Der auf Buchenholz geräucherte Bauchspeck gibt diesem Gesamtkunstwerk seine besondere Note, so dass man hier auf Soßenexperimente weitgehend verzichten kann. Was die Frage aufkommen lässt, wo man den Schwarzwälder-Schinken-Burger bestellen kann.

Wisconsin: Brie Burger
Der Wisconsin Brie Burger besticht aus einem Patty vom Hereford-Rind und einem Brie-Patty, die mit Tomatenmarmelade, gebratener Zwiebel, Salat und der hausgemachten Onkel-Fletch-Sauce abgerundet werden. Denn wer sagt, dass es nur die klassische Käsescheibe sein muss? Das Tomatenmarmelade Grundrezept: 500g Tomaten (die Edelvariante aus Kirschtomaten), 1 kleine Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 1 Messerspitze Zimt, ½ Teelöffel Ingwer, 2 frische Chilischoten, 250g Gelierzucker.

Tomaten schälen (auf der Unterseite ein Kreuz ritzen und 30 Sekunden in kochendes Wasser legen; danach im kalten Wasser blanchieren und dann schält es sich leichter) und den Stielansatz wegschneiden. Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Chilis in kleine Würfel schneiden und mit den Gewürzen und dem Gelierzucker zum Kochen bringen. Nach etwa sechs Minuten das Ganze mit dem Pürierstab fein pürieren. Gut gekühlt hält die Tomatenmarmelade etwa drei Wochen im Kühlschrank. Man kann diese aber auch via Einkochautomat in Gläser einkochen oder Twist-Of-Gläser verwenden. Dann hält die Marmelade sogar mehrere Monate.


Griechenland/Zypern: Hallooney
Der Chicken „Hallooney“ ist der Renner im „Juicy Grill Downtown“ in Athen. Dazu wird gegrillte Hähnchenbrust mit Halloumikäse, Kopfsalat, Tomaten und Zwiebeln nur ausschließlich durch eine Honig-Senf-Soße geschmacklich abgerundet. Eine Honig-Senf-Soße besteht im Grundrezept aus: 250g mittelscharfem Senf; 80g klarem Honig (kein Spezialitätenhonig!); 2 Esslöffel Essig (sehr lecker ist weißer Aceto Balsamico); 30g braunem Zucker; Salz und Pfeffer. Alle Zutaten in einen Topf kurz aufkochen und zur gewünschten Konsistenz leicht einköcheln lassen. Abgekühlt kann diese Honig-Senf-Soße mit kleingehackten Schnittlauch, gehackter Petersilie oder Koriander und frisch gehacktem Knoblauch oder Chili wunderbar ergänzt werden. Die Soße eignet sich auch zum Krusten in einem Grill.

Manchester: Liberty Island
Wird Hähnchenfleisch in Buttermilch eingelegt und anschließend gegrillt, kommen dann noch gebratener Speck, Salat, rote Zwiebeln, Jalapenos, Avocadocreme und hausgemachte Mayonnaise auf einem Brioche-Burgerbrötchen zusammen, dann beißt man in den Liberty Island vom „Almost Famous“ in Manchester (England). Hier sind es die „roten Zwiebeln“, die das eingelegte Hähnchenfleisch trefflich unterstützen. Die klassischen Haushaltszwiebeln sollte man aufgrund ihrer Schärfe eher nicht beim Burgerbau einsetzen. Von der Gemüsezwiebel über rote Zwiebeln bis hin zur Frühlingszwiebel reichen die wohlschmeckenderen Alternativen.

Ljubljana: Vegan
Hausgemachte Kartoffelbrötchen sind die Basis der Burger von Lars&Sven in Ljubljana und normalerweise sind saftige slowenische Rindfleisch-Frikadellen die eigentlichen Stars im Burger. Doch auch der Vegan-Burger kann sich sehen lassen. Dieser besteht aus einem gegrillten Linsenpatty, getrockneten Tomaten, Mayonnaise, BBQ-Sauce, Blattsalat, Tomaten, roten Zwiebeln und geschnittener Rotkohl. Die hausgemachte BBQ-Soße ist einfach herzustellen und kann durch die Verwendung weiterer Gewürze zum heimlichen Star eines Burgers werden.

Dazu wird eine sehr fein gewürfelte Zwiebel mit 750ml Tomatenketchup, 80g braunem Zucker, 100 ml dunklem Balsamico-Essig, 2 Esslöffel Zitronensaft, Pfeffer, 1 Messerspitze Chillipulver, 1 Teelöffel geräuchertem Paprika und 30ml CocaCola (nicht light!) in einem Topf aufgekocht und bei kleiner Flamme auf die gewünschte Konsistenz eingekocht. Kühl gelagert hält die BBQ-Soße etwa drei Monate. Experimentieren kann man mit Zimt, fein gemahlenem Kreuzkümmel, Currypulver und Nelkenpulver.

Sidney: Ume (Fisch)
Wenn man Fisch von Hand zerkleinert, dieses Patty grillt und mit einer japanischen Tartar-Soße, Eisbergsalat und würzigem Käse in einem Brioche-Brötchen serviert, isst man  „Ume Burger“ in Sidney (Australien). Die japanische Tartar-Sauce, bestehend aus zwei Teilen Mayonnaise, einem Teil Aioli, Kapern, Gurken, Zitronensaft, Honig und Dill, wird mit dem Pürierstab in einem hohen Becher bis zur gewünschten Konsistenz püriert. Wer Dill nicht mag, kann auch gerne Petersilie verwenden.

Johannisburg: Winks-Newman
Das Royal Eatery in Johannisburg zeigt mit seinem „Winks-Newman“, was man aus einem Soja-Patty rausholen kann. Die Kombination von frisch geriebener Rote Bete, Brunnenkresse und klein gehackter roter Zwiebel stehen für Frische. Tipp: Die Blätter der Roten Bete sind fein gehackt mit Salat ein ganz neues süß-aromatisches Geschmackserlebnis zusammen mit einem Soja-Patty.

Dubai: Little Italy
Le Burger in Dubai beweist mit seinem „Little Italy“, dass die Kombination von frittierter Hühnerbrust, Mozzarellakäse, Tomaten, Rucola, Pesto und würziger Mayonnaise ein echter Genuss sein kann. Einfach lecker ist ein Rucolapesto, das auch Schweinefleisch wunderbar unterstützen kann. In einem hohen Gefäß ein Bund gewaschener und trocken geschleuderter Rucola, 50g Parmesankäse, eine gehackte Knoblauchzehe, 30g Mandeln und 50ml Olivenöl mit dem Pürierstab zu einem Pesto verarbeiten. Mit Salz und etwas Limettensaft abschmecken. Statt Mandeln kann man auch leicht geröstete Pinienkerne verwenden. Das Pesto hält etwa eine Woche im Kühlschrank.

Bei all diesen leckeren Burgern kommt es darauf an, den Charakter des zentralen Elements, dem Patty, gerecht zu werden. Soßen und Beilagen ergänzen und unterstützen das Patty – und das Burgerbrötchen rundet im wahrsten Sinne des Wortes das Geschmackserlebnis ab. Ein Burger ist ein Gesamtkunstwerk und gut gemacht, spiegelt er den Charakter der eigenen Küche auf diese Weise vortrefflich wider.

 

 

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 40/2021

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