Karriere im Fleischerhandwerk: Auf Umwegen zu...
Hwk Reutlingen
Engagiert und wissbegierig: Xenia Schmähling verknüpft Beruf und Kindererziehung mit Hilfe einer Teilzeitausbildung zur Fleischerei-Fachverkäuferin.
Engagiert und wissbegierig: Xenia Schmähling verknüpft Beruf und Kindererziehung mit Hilfe einer Teilzeitausbildung zur Fleischerei-Fachverkäuferin.

REUTLINGEN Xenia Schmähling ist Lehrling des Monats im Bereich der Handwerkskammer Reutlingen.

Manchmal gelangt man zu seinem Traumberuf über Umwege. So ist es auch bei Xenia Schmähling gewesen. Mit 19 Jahren wurde die gebürtige Thüringerin Mutter und widmete sich zunächst ganz der Erziehung ihrer Tochter. Jetzt zeichnete die Handwerkskammer Reutlingen Xenia Schmähling, die nun in Tübingen lebt, als „Lehrling des Monats April“ aus. Die 24-Jährige wird bei der Metzgerei Oskar Zeeb GmbH als Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk, Fachrichtung Fleischerei, ausgebildet. 

Die junge Frau wollte nach der Elternzeit unbedingt arbeiten. Über das Job Center erfuhr sie von der Ausbildungsstelle als Fleischerei-Fachverkäuferin bei der Metzgerei Oskar Zeeb. Nach nur einem Tag Probearbeiten war für sie klar: Diese Ausbildung wollte sie gerne in Angriff nehmen. Scheu vor Wurst und Fleischwaren hatte Xenia Schmähling nicht, weil sie in Thüringen in einer Metzgerfamilie mit eigener Hausschlachtung und der Herstellung von Fleischwaren aufgewachsen war. Die einzige Hürde, die für sie selbst aber keine war: Ihre kleine Tochter. Doch weil auch der Lehrbetrieb sehr angetan von der jungen Frau war, einigten sich beide auf eine Teilzeitausbildung, damit der jungen Mutter genügend Zeit für ihre Tochter und den späteren Beruf gleichermaßen blieb.

„An diesem Beruf liebe ich einfach alles. Doch am meisten macht mir der Kundenkontakt Spaß. Der Austausch an der Theke, der Plausch und die Empfehlungen, aber auch die handwerklichen Arbeiten wie das Arrangieren von Wurstplatten oder das Belegen von Brötchen – ein Tag ohne Metzgerstheke ist ein verlorener Tag für mich“, beschreibt die Auszubildende ihren Arbeitsalltag. Auch Filialleiterin Rosi Henes ist mehr als nur zufrieden mit der 24-Jährigen: „Sie ist zuverlässig, springt gern für Ihre Kolleginnen und Kollegen ein und steht 100 Prozent hinter den Produkten unserer Firma. Zudem ist sie neugierig, immer bemüht Neues zu lernen und ist fachlich oftmals schon weiter als manch ausgelernte Verkäuferin.“
„204 junge Leute wurden seit 2003 in der Metzgerei Zeeb ausgebildet. “
Und das obwohl aufgrund der Corona-Pandemie keine Überbetriebliche Ausbildung und keine Zwischenprüfung stattfinden konnte. Xenia Schmähling ist trotzdem eine 1er-Kandidatin. Und wenn im August dieses Jahres ihre Gesellenprüfung ansteht, ist ihre Ausbilderin Josefine Birkle-Kurz davon überzeugt, dass sie diese zur vollsten Zufriedenheit ablegen wird: „Wir möchten Xenia nach der Ausbildung sehr gern weiterbeschäftigen, fördern und weiterbilden. Die junge Frau ist ehrgeizig und hat bewiesen, dass eine Ausbildung trotz Kind zu bewältigen ist. Sie ist ein Vorbild für viele junge Menschen.“

Bei der 1926 gegründeten Oskar Zeeb GmbH fühle sie sich wohl, so Xenia Schmähling. Ein Bonusprogramm für Pünktlichkeit, zuverlässige Berichtsheftführung sowie gute Noten dienen den Azubis als Ansporn – ein Leichtes für Xenia. Auch Workshops zu verschiedenen Themen, attraktive Grillevents und gemeinsame Ausflüge stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl der 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den 28 Filialen. Seit 2003 wurden 204 junge Menschen bei Zeeb ausgebildet, viele sind seit der Ausbildung im Unternehmen beschäftigt.

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Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 18/2021
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Oskar Zeeb
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