Payment: Gekommen, um zu bleiben
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Gekommen, um zu bleiben

EURO Kartensysteme
Kontaktlose Zahlungen sind zum Standard an der Kasse geworden.
Kontaktlose Zahlungen sind zum Standard an der Kasse geworden.

FRANKFURT Kontaktlos setzt sich durch: Während die alten Einkaufsgewohnheiten langsam zurückkehren, sieht das bei der früher beliebten Barzahlung anders aus, zeigt eine Studie.

Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Aber der Sommer brachte zunächst auch zahlreiche Lockerungen für Handel und Gastronomie – dank sinkender Inzidenzwerte und steigender Impfquote. Und so konnten viele Konsumenten wieder mit Freunden Kaffee trinken und zum Einkaufsbummel in die Innenstädte fahren.


Ein paar alte Gewohnheiten sind also wieder zurück. Doch während fast sieben von zehn der im Juni 2020 befragten Kunden (69 Prozent) planen, auch nach Corona wieder ganz „normal“ einzukaufen, ist beim Bezahlen keine Rückkehr zu alten Mustern zu erwarten. Das ergab eine repräsentative Befragung von Kunden und Händlern der „Euro Kartensysteme“, ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Banken und Sparkassen.

Mit Karte, insbesondere Girocard (die frühere EC-Karte) zu zahlen, ist demnach normal, kontaktlos ist zum absoluten Standard an der Ladenkasse geworden. Der Trend zu elektronischen Verfahren an sich ist dabei nicht neu: Allein von 2016 bis 2020 hat sich die Zahl der Girocard-Transaktionen fast verdoppelt. Waren es 2016 noch 2,9 Milliarden Transaktionen, lag die Zahl im vergangenen Jahr bei 5,5 Milliarden. Seit 2010 haben sich diese sogar nahezu verdreifacht (1,89 Milliarden).
Entsprechend sagt knapp die Hälfte der Kunden (46 Prozent), dass Bargeld für sie heute wesentlich weniger wichtig ist als noch vor zehn Jahren. „Ganz einfach, weil es genügend andere Bezahlarten gibt“, erläutert Ingo Limburg, Marketingleiter der Girocard bei Euro Kartensysteme.

Passend dazu haben die Befragten immer weniger Münzen und Scheine in der Tasche: Jeder Dritte (33 Prozent) gibt an, heute weniger Bargeld dabeizuhaben als noch vor zehn Jahren. Und fast die Hälfte (46 Prozent) hebt auch viel seltener Bargeld ab.

„Wir beobachten den Wechsel zur Karte seit Jahren. Den ersten steileren Anstieg haben wir schon bei der Einführung von kontaktlosen Zahlungen gesehen“, sagt Limburg. Und auch im von der Pandemie geprägten ersten Halbjahr 2021 verzeichne die Girocard bei Transaktionen ein Plus von 4,7 Prozent auf 2,59 Milliarden sowie bei den Umsätzen einen Zuwachs um zwei Prozent auf 114 Milliarden Euro. Somit baue die Karte der deutschen Banken und Sparkassen ihre Position als führendes elektronisches Bezahlsystem weiter aus.

Neben den Konsumenten sehen auch zwei Drittel (64 Prozent) der Händler seit Beginn der Pandemie in ihren Geschäften einen Anstieg der kontaktlosen Zahlungen. „Der Wunsch nach Abstand und Hygiene hat diesen Wandel eindeutig beschleunigt. Der Komfort ist es aber, der für einen echten Paradigmenwechsel hin zur Karte sorgt“, ist der Kartenexperte überzeugt.
„Der Komfort sorgt für einen echten Paradigmenwechsel hin zur Karte.“
Ingo Limburg
Kontaktlos heißt dabei nicht mehr nur die Karte vorhalten. Besonders in technikaffinen Bevölkerungsgruppen werde das Bezahlen mit der digitalen Girocard, beispielsweise im Smartphone oder einer Smartwatch, immer beliebter. „Zusätzlich hat der Komfort des kontaktlosen Bezahlens die Debitkarte der Banken und Sparkassen in den vergangenen Jahren verstärkt in ehemalige Bargelddomänen wie Bäckereien und Metzgereien gebracht“, wirbt Limburg. Dem Bedarf der Kunden nach Kartenzahlung kommen die Händler in großer Mehrheit nach: 92 Prozent bieten Zahlungen mit Girocard mittels Steck-Geräte und 90 Prozent – beinahe ebenso viele – in der kontaktlosen Variante.

Vor allem Letzteres ist im Handel beliebt: Je neun von zehn Händler finden kontaktloses Bezahlen bequem (90 Prozent) sowie einfach und unkompliziert (89 Prozent). Auch das Bezahlen mit der digitalen Girocard im Smartphone kommt laut Studie gut an: 81 Prozent stufen es etwa als bequem ein. Obwohl das System noch relativ jung ist, genieße die digitale Girocard bereits hohes Vertrauen: So finden sie 68 Prozent der Händler vertrauenswürdig, bereits 59 Prozent sind von ihrer Sicherheit überzeugt.

Girocard legt zu

Die Girocard verzeichnet im vom Lockdown geprägten ersten Halbjahr 2021 abermals ein Plus bei Transaktions- und Umsatzzahlen. Die Zahl der Bezahlvorgänge stieg verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 4,7 Prozent auf 2,71 Milliarden (erstes Halbjahr 2020: 2,59 Milliarden). Der Umsatz in dieser Zeit betrug 114 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg um zwei Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 (112 Milliarden Euro).

Die Pandemie brachte einen weiteren deutlichen Schub für die schnelle und hygienische kontaktlose Zahlung – mit herkömmlicher physischer oder digitaler Karte, wie beispielsweise im Smartphone. Über das gesamte erste Halbjahr 2021 waren rund zwei Drittel (64 Prozent) aller girocard-Zahlungen kontaktlos (erstes Halbjahr 2020: 46 Prozent). Der über alle Zahlungen hinweg insgesamt weiter leicht sinkende Durchschnittsbon von 42,07 Euro weist laut Betreibergesellschaft darauf hin, dass das Bezahlen mit der Girocard als absolut „normal“ gelernt ist – unabhängig vom Betrag. Gleichzeitig stieg der kontaktlose Durchschnittsbon auf 36,81 Euro.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 35/2021
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