Perspektiven im Fleischerhandwerk: Plant eure...
Perspektiven im Fleischerhandwerk

Plant eure Ziele und macht Karriere!

imago / Aviation-Stock
Je präziser ein Ziel formuliert ist, umso klarer ist der Weg dorthin.
Je präziser ein Ziel formuliert ist, umso klarer ist der Weg dorthin.

FRANKFURT Viele Erfolgsgeschichten beginnen mit dem Wollen. Die Planung von beruflichen Zielen ist der erste Schritt zur Zielerreichung. Hier lesen Sie, wie das gelingt.

Wenn man in der falschen Richtung unterwegs ist, hilft es nicht, das Tempo zu ändern. Dann muss man anhalten, das Ziel und den richtigen Weg dorthin festlegen. Das gilt auch für Lebensziele, berufliche und geschäftliche Ziele. Die Zielplanung stellt also zunächst einmal die Frage: Wo will ich ankommen?

Menschen mit eher wenig Selbstbewusstsein verlieren bereits an dieser Stelle die Motivation zur Zielplanung. Denn Blockade-Sätze lassen das eigene Ziel als unerreichbar erscheinen. Solche Blockade-Sätze lauten beispielsweise: „Das kann ich ja nie schaffen, weil ich kein Abitur habe / meine Eltern pflegen muss / meine Familie ernähren muss / keine Zeit für Fortbildung habe / zu alt, zu jung, eine Frau oder ein Ausländer bin …“ Mit solchen negativen Glaubenssätzen fesseln Sie sich selbst. Wenn Sie solche Blockade-Sätze in Ihrem Kopf haben, machen Sie sich bewusst, wie albern sie sind. Wer erst einmal die Lächerlichkeit der eigenen Blockade-Sätze erkannt hat, kann seine selbst angelegten Fesseln durchschneiden.

Die Kraft zur Zielerreichung entsteht nicht in der Beschäftigung mit unseren Defiziten, sondern mit unseren Stärken. Machen Sie sich also bewusst: Was qualifiziert gerade mich, um dieses Ziel zu erreichen? Warum sind gerade für Sie mit Ihren Talenten die Chancen sehr gut? Der nächste wichtige Schritt zur Erreichung von Zielen ist ihre Formulierung. Mit einer Zielformulierung, die unser Gehirn verinnerlichen kann, funktioniert Ihr Karriereweg wie ein Navigationssystem: Ist das Ziel einmal eingegeben, versucht es alles, um Sie dorthin zu bringen – selbst wenn auf dem Weg irgendwelche Straßen gesperrt sind. Gehirnwissenschaftler haben Regeln zur Zielformulierung bestimmt, mit denen unser Gehirn Ziele aufnehmen kann. Unser Unterbewusstsein steuert dann viele Kleinigkeiten in unserem täglichen Handeln in Richtung Zielerreichung.



Formulieren Sie Ihr Ziel präzise.

Wie sieht es genau aus, wie fühlt es sich an, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben? Wie heißt etwa der berufliche Abschluss, den Sie erreichen wollen oder die Tätigkeit, die Sie ausüben wollen. Sie wollen reich werden? Das ist kein präzises Ziel. Präzise wäre: „Im Jahr 2030 verdiene ich 5.000 Euro pro Monat“.



Formulieren Sie Ihr Ziel so, dass es zu 100 Prozent von Ihnen zu steuern ist.

Ihr Ziel darf also nicht von einem bestimmten Verhalten anderer Menschen, vom schönen Wetter oder der Ziehung der Lottozahlen abhängig sein. Sondern: Einzig Ihr eigenes Verhalten, Ihr Denken und Ihre Arbeit sind geeignet, dieses Ziel zu erreichen.



Formulieren Sie Ihr Ziel einfach.
Komplizierte Ziele mag unser Gehirn nicht. Das Zielerreichungs-Programm in Ihrem Kopf funktioniert am besten mit einfachen Zielen. Prüfen Sie also Ihr bisher formuliertes Ziel, ob man es nicht auch einfacher auf den Punkt bringen kann.



Formulieren Sie Ihr Ziel messbar.

Sie müssen schon merken, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben. „Karriere“ ist kein Ziel – „In fünf Jahren bin ich Filialleiter“ ist hingegen von Ihnen zu steuern, einfach und messbar. Diese Regeln gelten universal – im beruflichen wie im privaten Leben. Wenn es Ihr Ziel ist, das Körpergewicht zu reduzieren, taugt „Ich will abnehmen“ nicht als Zielformulierung. Für unser Gehirn einprägsam hingegen wäre: „Ende dieses Jahres wiege ich nur noch 100 kg.“



Formulieren Sie Ihr Ziel in der Gegenwart.

Schreiben Sie Ihr Ziel auf, als wäre es jetzt. Also nicht: „Im Jahr 2030 werde ich Produktionsleiter sein“, sondern „Im Jahr 2030 bin ich Produktionsleiter“. Davon ist das Zielerreichungs-Programm in Ihrem Kopf viel stärker beeindruckt. Streichen Sie in Ihrer Zielformulierung alle relativierenden Worte, wie „vielleicht“ oder „unter Umständen“.



Formulieren Sie Ihr Ziel realistisch.
Ihr Ziel muss für Sie im Bereich des Möglichen liegen. Allerdings: Was für Sie möglich ist, bestimmen allein Sie selbst. Ein Ziel, das Sie selbst derzeit als nicht erreichbar ansehen, würde Ihr Gehirn zur Programmierung schlichtweg ablehnen. Dann heißt es: Das Ziel in Etappenziele herunterbrechen. Wenn Sie das Etappenziel als realistisch ansehen, funktioniert das System wieder wie gewünscht.



Formulieren Sie Ihr Ziel mit einem Termin.

Ein Ziel, das Sie in Ihrem Gehirn zur Erreichung speichern, ist mehr als ein Silvester-Grundsatz, den man jedes Jahr aufs Neue unverbindlich wiederholt. Nur wenn das Ziel mit einem Termin für die Erreichung verknüpft ist, entsteht die gewünschte Verbindlichkeit. Ansonsten könnte die „Aufschieberitis“ siegen, und Sie verschieben alle Maßnahmen immer wieder auf den nächsten Tag.



Formulieren Sie Ihr Ziel nicht als Vergleich.
Ein Ziel wie „Im Jahr 2025 verdiene ich mehr Geld als mein Kollege“ könnte den hier beschriebenen Regeln der Zielformulierung eins bis sieben entsprechen. Mit dem vergleichenden „mehr als“ kann aber Ihr Gehirn nicht umgehen. Die automatische Zielerreichung funktioniert nur mit einem absoluten und konkreten Ziel. Ganz abgesehen davon: Ein vergleichendes Ziel wäre auch immer ein Zeichen für eigene Schwäche und negative Gefühle wie etwa Neid.



Formulieren Sie Ihr Ziel positiv.

Denn: „Nicht“ kann unser Gehirn nicht denken. Kurzer Test dazu: Sagen Sie „Ich denke nicht an die Farbe Rot“ – ohne dabei vor Ihrem geistigen Auge die Farbe Rot zu sehen. Wenn Sie also zum Rauchen aufhören wollen, heißt Ihr Ziel: „Ab morgen bin ich clean“. Wenn Sie eine aufgeregte und zu schnelle Sprechweise ablegen wollen, heißt Ihr Ziel: „Ab sofort spreche ich konzentriert, ruhig und gelassen.“



Machen Sie sich Ihr Ziel präsent.

Vielleicht sehen Sie Ihr Ziel immer, wenn Sie auf Ihr Handy schauen oder den PC hochfahren – oder Sie haben es aufgeschrieben und in Ihrem Geldbeutel. Bei manchen Zielen empfiehlt es sich auch, diese gegenüber anderen zu kommunizieren. So entsteht ein sozialer Druck, ähnlich wie beim Trainieren im Fitness-Studio, das Ziel auch tatsächlich erreichen zu müssen und nicht vorzeitig aufzugeben.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 35/2021
stats