Corona-Krise Deutschland versorgt sich selbst

zusammengestellt von Jörg Schiffeler
Mittwoch, 25. März 2020
Der Selbstversorgungsgrad von Rind- und Kalbfleisch liegt bei 98 Prozent. Das Bild zeigt Charolais und Simmentaler auf dem Hofgut Rehbachtal im hessischen Lahn-Dill-Kreis.
Foto: jus
Der Selbstversorgungsgrad von Rind- und Kalbfleisch liegt bei 98 Prozent. Das Bild zeigt Charolais und Simmentaler auf dem Hofgut Rehbachtal im hessischen Lahn-Dill-Kreis.

In Deutschland ist die Versorgung mit Lebensmitteln gewährleistet. Die Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie des Lebensmittelhandwerks können die Nachfrage durch die Bundesbürger bedienen. Grund dafür ist ein sehr hoher Selbstversorgungsgrad in vielen Produktgruppen.
Was vielen bis vor kurzem noch eine Selbstverständlichkeit zu sein schien, rückt im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus und der Berichte über Hamsterkäufe wieder in den Blickpunkt: die ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln. Sie ist in Deutschland gesichert. Die Lebensmittellieferketten sind intakt und funktionieren weiterhin auch grenzüberschreitend. Die deutsche Landwirtschaft produziert genug, um die Bevölkerung ernähren zu können. Gradmesser dafür ist der Selbstversorgungsgrad. Aktuelle Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) zeigen, dass in Deutschland deutlich mehr Fleisch, Milch, Zucker und Kartoffeln erzeugt werden als für den Eigenbedarf benötigt wird. Bei Obst, Gemüse und Honig besteht hingegen Importbedarf.
Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland 2018 (Angaben in Prozent). Die deutsche Landwirtschaft produziert genug, um die Bevölkerung ernähren zu können.
Foto: BLE
Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland 2018 (Angaben in Prozent). Die deutsche Landwirtschaft produziert genug, um die Bevölkerung ernähren zu können.

Selbstversorgungsgrad ausgesuchter Lebensmittel 2018

Zucker

1.

In der Bundesrepublik wird mehr als ausreichend Zucker hergestellt. Die Statistik des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) weist einen Selbstversorgungsgrad von 160,7 Prozent, allerdings für das Jahr 2017, aus.


Kartoffeln

2.

Der Selbstversorgungrad von Erdäpfeln beziffert das BZL auf 138,0 Prozent.


Käse

3.

Die Statistik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sieht für das Milchprodukt einen Selbstversorgungsgrad von 126 Prozent.


Schweinefleisch

4.

Auf dem vierten Platz rangiert Schweinefleisch. Die Erzeugung des wertvollen Rohstoffs erreicht hierzulande nach Angaben des BMEL einen Selbstversorgungsgrad von 119 Prozent. Anmerkung: Die Grafik weist den Selbstversorgungsgrad von Fleisch insgesamt aus. Daher resultiert die in diesem Abschnitt genannte Abweichung.


Milch

5.

Auch die Produktion von Milch übersteigt in Deutschland die von den Bundesbürgern nachgefragte Menge. Der Selbstversorgungsgrad beträgt 111,0 Prozent nach Angaben des BZL.


Geflügelfleisch

6.

Die Erzeugung von Geflügelfleisch orientiert sich nahezu am eigenen Bedarf der Bundesrepublik. Der Selbstversorgungsgrad der hiesigen Geflügelproduzenten erreicht nach BMEL-Statistik 99 Prozent.


Rind- und Kalbfleisch

7.

Nach Angaben des BMEL deckt die Rindfleischproduktion hierzulande knapp den Konsumbedarf. Der Selbstversorgungsgrad erreicht 98 Prozent und verfehlt damit die Marke von 100 Prozent. Anmerkung: Die Grafik weist den Selbstversorgungsgrad von Fleisch insgesamt aus. Daher resultiert die in diesem Abschnitt genannte Abweichung.


Getreide

8.

Die Landwirtschaft bestellt die Felder in fast ausreichendem Maß, so dass die Versorgung mit Getreide und damit nachrangig die Produktion von Mehl und Brot gesichert ist. Der Selbstversorgungsgrad erreicht 91 Prozent. Daher sind Importe notwendig.


Eier

9.

Die Produktion von Eiern deckt hierzulande nicht den Bedarf: Der Selbstversorgungsgrad liegt bei einem Anteil von 71,9 Prozent.


Fisch

10.

Den zehnten Rang belegen Fisch und Fischerzeugnisse. Nach Berechnungen des BMEL liegt der Selbstversorgungsgrad bei 27 Prozent. 
Schweinefleisch - Zerlegung
(Bild: jus)

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