Buchtipp Anleitung fürs Burger-Paradies

Freitag, 23. August 2019
Burger liegen immer noch im Trend. Kenner der Gastroszene sehen den Höhepunkt überschritten, doch ganz ohne die herzhaften Doppeldecker geht es nicht.
Foto: Iftekhar Uddin Emon / pixabay.com
Burger liegen immer noch im Trend. Kenner der Gastroszene sehen den Höhepunkt überschritten, doch ganz ohne die herzhaften Doppeldecker geht es nicht.

Einem Autoren-Quintett gelingt mit „Burger unser“ ein Rezeptbuch, das sich gleichermaßen als Liebeserklärung an den wandelbaren Fleischsnack versteht.
Ihrem Lieblingsgericht wollen sie am liebsten eine Kathedrale bauen, die Autoren von „Burger unser“. Das ist Nicolas Lecloux, Hubertus Tzschirner, Thomas Vilgis, Florian Knecht und Nils Jorra mit ihrem umfassenden Rezeptbuch gelungen, das sich gleichermaßen als Liebeserklärung an ein Gericht versteht. Der Burger kann nach ihren Worten alles sein: Genussmoment, Seelentröster, maßloser Exzess oder einfach nur ein perfekter Fleischsnack.

Neben allem Wissenswerten und genialen Bildern verrät es sämtliche Tipps und Tricks für die eigene Herstellung von Burgern. Der Theorieteil liefert Hintergründe und Rezepte zu den Themen Fleischauswahl, Pattyblends und knackige Beilagen sowie mehr als 50 Saucen und perfekte selbst gebackene Buns.

Im zweiten Teil finden sich nicht nur opulente Beefburger, sondern auch vegane und süße Kreationen, sodass keine Wünsche offen bleiben. Abgerundet wird das Standardwerk durch ein Glossar sowie eine Übersicht der besten Burger-Läden im deutschsprachigen Raum, alphabetisch nach ihrem Standort aufgelistet.

Allerdings ist die Verballhornung religiöser Motive – bereits auf dem Titel mit Dürers „Betenden Händen“, die einen Burger umfassen, beim Aufschlagen des Buchs mit Leonardo da Vincis verfremdetem Abendmahl und dem fürs Sujet umgedichteten „Vater unser“ ins Auge fallend – sicherlich Geschmackssache und nicht jedermanns Fall. Dennoch liefert das im Münchner Callwey Verlag bereits in elfter Auflage erschienene Standardwerk abwechslungsreiche und überraschende Rezeptideen für den in den großen Ketten oft so lieblos servierten Burger – mit Fleisch, Fisch oder Käse, mit verschiedenen Brotsorten, selbstgemachten Chutneys und ausgefallenen Zutaten wie Apfel, Papaya oder Lachs. Insofern ist es, wie die Autoren im Vorwort ein wenig augenzwinkernd erhoffen, eine „hilfreiche Anleitung für den Eintritt ins Burger-Paradies“.
„Das Brötchen ist der ‚stille Held des Burgers‘, der alles zusammenhält und austretenden Fleischsaft aufnimmt.“
Den „Eintritt“ ins Buch erleichtert das Autoren-Team seinen Lesern mit einer Bedienungsanleitung sowie nützlichen und grundsätzlichen Hinweisen zu den mehr als 70 Rezepten. Im ersten Kapitel steht das Bun im Mittelpunkt. Als alternative Beschaffungsquelle lassen sie höchstens den lokalen Bäcker mit eigenem, möglichst geheimem Rezept gelten. Zugekaufte „Pappkameraden“ stehen erst gar nicht zur Diskussion, denn das Brötchen ist der „stille Held des Burgers“, der alles zusammenhält und austretenden Fleischsaft aufnimmt. Selbstbacken lautet also die Devise – hierfür stellen die Autoren drei Grundrezepte bereit, die sich im Baukastensystem kreativ abwandeln lassen. Sogar der Farbe der Buns widmen sie zwei Seiten, sorgt sie doch für einen spektakuläreren Auftakt als das triste Beige-Braun.

Als besten Einkaufsort fürs perfekte Fleisch – möglichst aus artgerechter Tierhaltung – empfehlen die Burger-Experten den „MdV“, eine liebevoll gemeinte Abkürzung für „Metzger des Vertrauens“. Gleichzeitig beschreiben sie, welche Teilstücke sich für Pattys am besten eignen und wie sie geformt werden. Der Zielgehalt an Fett sollte bei mindestens 20 Prozent liegen, die Fleischscheibe so dick sein wie beide Brötchenhälften zusammen. Erste Burger-Pflicht: das großzügige Salzen der zuerst gerösteten Fleisch-Seite. Im Kapitel „Spezialisten“ listen die Verfasser Abwandlungen unter anderem aus grob gewolften Entenkeulen, Weißwurst, Weißfisch, Hirsch-, Kalbs- und Lammhackfleisch kombiniert mit Bries oder Leber, auf. 
„Bibel“ für Burger-Jünger: Das bereits in elfter Auflage erschienene Rezeptbuch „Burger unser“.
Foto: Callwey Verlag
„Bibel“ für Burger-Jünger: Das bereits in elfter Auflage erschienene Rezeptbuch „Burger unser“.

Das Buch

  • Titel: Burger unser
  • Autoren: Hubertus Tzschirner, Nicolas Lecloux, Thomas Vilgis, Florian Knecht und Nils Jorra
  • Umfang: 288 Seiten, circa 150 Farbfotos von Daniel Esswein
  • Verlag: Callwey, München
  • Preis: 39,95 Euro
  • Blick ins Buch: hier geht es weiter
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