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FleischWirtschaft 93 (10), Oktober 2013, S. 118 - 124Die Betäubung von Schlachtschweinen mit Helium und Kohlendioxid im Vergleich

In der kommerziellen Schlachtung von Mastschweinen wird als Betäubungsgas Kohlendioxid (CO2) eingesetzt. Die Verwendung von CO2 steht jedoch aus Sicht des Tierschutzes in der Kritik, denn
Mastschweine weisen bei Gaskontakt Symptome einer Atemnot auf und viele Tiere zeigen aversive Reaktionen (Fluchtversuche und Lautäußerungen). Alternative Gasbetäubungsverfahren fehlen
bislang. Ziel der Studie war es daher, erstmals das Edelgas Helium zur Betäubung von Mastschweinen einzusetzen und zu erproben. Insgesamt wurden 80 Schlachtschweine, 40 davon in einer Helium-Anlage (experimentelle Baukonstruktion) und 40 in einer kommerziellen CO2-Dip-Lift-Anlage (Firma Butina) betäubt. Es wurden Parameter des Tierwohls (Verhaltensbeobachtungen, Katecholaminanalysen, Schallpegelmessungen) und Parameter der Schlachtkörper- und Fleischqualität (unter anderem Untersuchung auf petechiale Blutungen, pH-Werte, sensorische Beurteilung) erhoben. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass im Gegensatz zur Betäubung mit CO2, eine Betäubung von Schlachtschweinen mit Helium eine tierschonende Methode darstellen kann. Die Tiere hatten keine aversiven Reaktionen in einer Heliumatmosphäre und auch die resultierende Schlachtkörper- und Fleischqualität war vergleichbar und in Teilaspekten besser als die der Tiergruppe nach CO2-Betäubung.

English Summary  

(original article is only in German language available)

 

Impact on animal welfare as well as carcass and meat quality

Keywords:   Pigs | Stunning | Carbon dioxide | Helium | Animal welfare | Carcass quality | Meat quality

For commercial pig slaughter carbon dioxide (CO2) is used in gas stunning systems. However, in term of animal welfare CO2 has been criticised. At gas contact pigs show symptoms of respiratory distress and some animals even display aversiveness (escape attempts and vocalisation). An alternative gas stunning method has not been developed. The aim of this research project was an attempt to primarily use helium, an inert gas, to stun pigs. A total of 80 slaughter pigs, 40 of them in a helium enclosure (experimental facility) and the other 40 in a commercial CO2 dip-lift system (Butina Company), were stunned. implications for animal welfare (behaviour observations, stress
hormone and sound level analyses) as well as carcass and meat quality parametres (analyses of petechial hemorrhages, pH values, sensory evaluation etc.) were investigated. The results indicate that, in difference to CO2, stunning with helium can be an animal-friendly method. The pigs showed no aversive behaviour inside the helium-atmosphere; in addition, the carcass and meat quality were comparable and in some aspects better in distinction to the animal group after CO2 stunning.

 
Anschrift der Verfasser
Muriel Machtolf, Tierärztin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Matthias Moje und Prof. Dr. Klaus Troeger, Max-Rubner-Institut (MRI), Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, Institut für Sicherheit und Qualität bei Fleisch, E.-C.-Baumann-Str. 20, 95326 Kulmbach; Univ.-Prof. Dr. med. vet. Michael Bülte, European Diplomate Veterinary Public Health, Fachtierarzt (FTA) für Lebensmittelhygiene, FTA für Mikrobiologie, FTA für Milchhygiene, FTA für Fleischhygiene und Schlachthofwesen, Institut für Tierärztliche Nahrungsmittelkunde, Fachbereich Veterinärmedizin, Frankfurter Straße 92, 35390 Gießen